Wie sich die Veränderungen auf die Tiere in den Flüssen auswirken, bleibt abzuwarten. Ein akutes Fischsterben sei in diesem Jahr bislang nicht zu beobachten gewesen, teilt das Landesamt für Umwelt mit. Das könnte, so die Mutmaßung, an einer Art laufenden Anpassung des Ökosystems liegen. „Vereinfacht kann man sagen: Die Flüsse werden durch den Klimawandel immer artenärmer, nur die Bestände der toleranteren Arten überleben ohne Probleme“, heißt es im Statement. So gingen beispielweise „bachtypische“ Fischarten wie die Bachforelle in Brandenburg zurück.
Ein Problem droht auch aufgrund niedriger Fließgeschwindigkeiten. Fallen die unter eine bestimmte Grenze, wird das Absinken von Pflanzenresten und Plankton zum Grund nicht mehr verhindert; es bildet sich Schlamm am Boden, der wiederum bei hohen Temperaturen am Sauerstoffvorrat zehren kann. Tagsüber würden Wasserpflanzen noch für frischen Sauerstoff sorgen, warme Nächte allerdings könnten dann zu sauerstoffarmen Zonen führen. Das ist für viele Arten gefährlich.
Kleinere Flüsse im Südosten Brandenburgs seien davon bereits betroffen, heißt es vom Landesamt. Als wirksame Gegenmaßnahme rät es zum Verbot von Wasserentnahmen. Kaum noch zu retten seien aber viele Kleingewässer in Brandenburg. Die seien „in hoher Zahl“ trocken gefallen in den letzten Jahren – genau beziffern könne dies niemand, heißt es vom Landesamt.