Im April hatte der Gemeinderat Münster den Etat 2026 verabschiedet. Schon da hatte Bürgermeister Jürgen Raab von einem „schwierigen Haushaltsjahr“ gesprochen. Die Gründe: zum einen Investitionen wie der Bau des Münstersaals, zum anderen hohe Umlagen, wie etwa die Kreisumlage, resultierend aus überdurchschnittlich hohen Gewerbesteuereinnahmen 2024 und 2025.

Auch die Gewerbesteuereinnahmen sanken mit rund 650.000 Euro im Vergleich zum Vorjahr (1,2 Millionen Euro), was aber – so Raab – dem eigentlichen Niveau in Münster entspreche. Nun verkündete der Rathauschef in der Gemeinderatssitzung aber den nächsten Nackenschlag.

Die Gewerbesteuer in Münster bricht nochmals deutlich ein

Die Gewerbesteuer bricht 2026 deutlich ein: Statt der eingeplanten 650.000 Euro rechnet die Gemeinde nur noch mit 250.000 Euro – ein Minus von 400.000 Euro. „Das ist nicht leicht zu schlucken“, sagt Raab.

Hintergrund ist die Neufestsetzung der Gewerbesteuer für einen Firmenverbund. Dadurch müssen bereits geleistete Vorauszahlungen für die Jahre 2022 und 2024 an das Unternehmen zurückerstattet werden. Deshalb musste der Haushaltsansatz auf 250.000 Euro nach unten korrigiert werden.

Raab: „Ein bisschen was einsparen können wir mit Sicherheit.“

Das veranlasste Raab dazu, zwar keine Haushaltssperre auszusprechen, aber alle möglichen Stellen wie Verwaltung, Kindergarten, Feuerwehr und Bauhof zu sensibilisieren, Ausgaben kritisch zu prüfen. „Mir ist bewusst, dass wir dadurch den Verlust nicht auffangen werden, aber ein bisschen etwas einsparen können wir mit Sicherheit.“

Des Weiteren soll der 15. August als „Steuerstichtag“ abgewartet werden. „Vielleicht erhalten wir auch noch eine Nachricht in die andere Richtung und bekommen von einer Firma mehr Gewerbesteuer als geplant“, so Raab. Auf dieses Szenario sei natürlich kein Verlass und so wolle man im Herbst über einen möglichen Nachtragshaushalt beraten.

Mündliche Zusage für vorgezogene Fördermittel

Eine positive Nachricht brachte Raab aber auch mit: Er hat beim Amt für ländliche Entwicklung nachgefragt, ob die Förderung für den Münstersaal nicht schon jetzt teilweise ausgezahlt werden könne. Eigentlich sei das frühestens 2027 der Fall.

Und in der Tat seien gerade Mittel frei, „sodass wir eine mündliche Zusage für eine Teilauszahlung von rund 80 Prozent für den Münstersaal noch heuer haben“, freut sich Raab. Da die Förderung insgesamt rund 550.000 Euro beträgt, sei dies in etwa die Summe des neuen Defizits aus der Gewerbesteuer. „Das tut uns natürlich gut!“

Gemeinderat Moritz Freiherr von Schnurbein (FWG/FBB) wollte wissen, ob so ein Gewerbesteuerdefizit der größten Firma am Ort jetzt immer drohe. Raab schloss dies unter Vorbehalt aus, will aber bei dem Betrieb nochmals nachfragen.

Fettabscheider und Brandschutz fordern neue Lösungen am Münstersaal

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Vorstellung der Planung der Gesamtentwässerung des Münstersaals und des Geländes inklusive Fettabscheider und der Straßenentwässerung. Josef Tremel vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Augsburg stellte zwei Varianten vor, wobei er eine Entwässerung durch den Keller favorisierte.

In den bisherigen Planungen zum Münstersaal wurde eine Gesamtentwässerung, so wie von Josef Tremel vorgestellte, noch nicht berücksichtigt. Klar ist, dass ein Fettabscheider im Gebäude notwendig sei. Da durch die neuen Leitungen Gebäudedurchführungen gemacht werden müssen, sei dies auch ein Thema für den Brandschutz und die Nutzungsaufnahme.

„Wenn wir keine Entscheidung treffen, verzögert sich die Nutzungsaufnahme weiter und es können keine Veranstaltungen im Saal, wie unsere geplante Jubiläumsfeier im Oktober durchgeführt werden“, erinnerte Jürgen Raab.

Nach längerer Diskussion und einigen Nachfragen stimmte der Gemeinderat mit 9:1 Stimmen für die vorgeschlagene Variante durch den Keller. Somit wird Raab beauftragt, die weiteren Schritte der Entwässerung zu veranlassen.