Ausflugstipp für Dresdner

Mitten im See: Diese Kirche hat eine bewegende Geschichte

Aktualisiert am 04.08.2026 – 02:59 UhrLesedauer: 1 Min.

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Die schwimmende Kirche wurde etwa dort verankert, wo einst das Dorf Magdeborn abgebaggert wurde: Das Kunstprojekt entstand 2010 im Rahmen der Initiative „Kunst statt Kohle“. (Quelle: Eckehard Schulz/imago)

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Mit einer Fähre geht es zur schwimmenden Kirche auf dem Störmthaler See. Dort können Paare heute standesamtlich heiraten – an einem Ort mit besonderer Vergangenheit.

Etwas mehr als eine Autostunde von Dresden entfernt wartet ein einzigartiges Ausflugsziel: Eine Kirche, die auf dem Wasser schwimmt. Das Kunstwerk „Vineta“ ankert genau dort, wo früher das Dorf Magdeborn stand. Ab 1977 mussten dessen Bewohner ihre Heimat verlassen. Der Braunkohle-Tagebau Espenhain hatte das Dorf zum Abriss bestimmt.

14 Ortschaften fielen dem Tagebau zum Opfer. Tausende Menschen verloren ihre Heimat. Magdeborn traf es als Letztes.

Die Kirche des 1.000 Jahre alten Dorfes wurde 1978 zur Sprengung freigegeben. Zuvor rettete man noch, was zu retten war: Die Orgel wanderte in eine Markkleeberger Kirche, drei Glocken läuteten fortan in Leipzig-Grünau, der Altar fand in Chemnitz ein neues Zuhause.

Fährfahrt zum schwimmenden Kunstwerk

imago 61765699er Störmthaler See im Süden von Leipzig entstand durch die Flutung des Südostteils des ehemaligen Braunkohletagebaus Espenhain. Die Kunstinstallation âÄVinetaâÄ âÄ eine schwimmende Insel im See, erinnert an die Kirche des überbaggerten Ortes Magdeborn. Dahinter das Braunkohlekraftwerk Lippendorf. Der künstliche See wurde im April 2014 als Badegewässer freigegeben und ist mit dem benachbarten Markkleeberger See mit einer schiffbaren Schleuse verbunden. Am See entsteht ein Ferienresort mit Ferienhäusern und Hafenappartements für den individuellen Urlaub und am Nordwestufer der Bergbau-Technik-Park zur Braunkohlengeschichte, mit zwei Bergbaugroßgeräten. Das Leipziger Neuseenland verändert sich immer mehr in eine künstliche 7-Seenlandschaft mit einem hohen touristischen Potential. Die Gesamtfläche der nach dem BraunVergrößern des BildesHinter der Kunstinstallation im See ist das Braunkohlekraftwerk Lippendorf zu sehen. (Quelle: imago stock&people)

In der 721 Hektar großen Tagebaugrube entstand der Störmthaler See. Seit 2010 schwimmt die „Vineta“ über dem alten Standort der Dorfkirche. Der nachgebaute Kirchturm ragt 15 Meter hoch aus dem Wasser. Er erinnert an die 14 verschwundenen Dörfer der Region.

Das Krystallpalast Varieté Leipzig betreibt das schwimmende Kunstwerk als lebendigen Gedenkort. Vom „Vineta“-Bistro auf der Magdeborner Halbinsel startet zwischen April und Oktober eine Fähre.

Schwimmende Kirche im Störmthaler See. Neuseenland Südraum Leipzig. Luftbild 100% Honoraraufschlag. Luftaufnahme GER Vogelperspektive Totale xkg 2011 hochVergrößern des BildesAm Wochenende und an Feiertagen startet die Fähre stündlich ab 11 Uhr: Im Sommer fährt sie täglich. (Quelle: imago stock&people)

Die „Vineta“ lässt sich auch für private Veranstaltungen mieten. Ein- bis zweimal im Monat finden dort standesamtliche Trauungen statt. Das Standesamt Großpösna übernimmt die Zeremonie auf dem schwimmenden Kunstwerk.

Wo einst Magdeborn unterging, beginnen heute neue Lebensbündnisse.