Liebe Leserin, lieber Leser,
als
ich vergangene Woche zur U-Bahn lief, kam ich an einem Zettel vorbei.
Überschrift: »Ein junger Musiker sucht eine Wohnung«. Daneben das
Foto des Mannes. Moment mal – den kannte ich doch!
Vor
genau einem Jahr war ich durch mein Viertel gelaufen und hatte
Nummern und E-Mail-Adressen von Leuten notiert, die mit Zetteln an Laternen, Hauswänden und Ampeln ein neues Zuhause suchten. Ein
halbes Jahr später fragte ich sie: Habt ihr eine Wohnung bekommen?
Niklas
Stadler, der mir nun wieder von der Laterne entgegenblickte, war
eigentlich eine Erfolgsgeschichte. Die Zettel hatten dem jungen
Jazzmusiker zu einer relativ günstigen Wohnung verholfen. Die hatte
allerdings einen Haken: Eines der beiden Zimmer musste er für
Freunde und Familie seines Vermieters freihalten.
Gestern
rief ich Niklas wieder an. Er war gerade in einem Dinopark unterwegs,
im Hintergrund grummelte und grollte es. Ich verstand trotzdem: Der
Grund für seine erneute Wohnungssuche ist nicht das Gästezimmer,
sondern eine Eigenbedarfskündigung.
Auch
bei weiteren Protagonisten meiner Recherche horchte ich nach. Imke
und Burak zum Beispiel, die ich damals in ihrer sehr kleinen Wohnung
getroffen hatte. Sie suchen noch immer – inzwischen seit einem
Jahr.
Genau
wie Maike und ihr Freund Florian. Die beiden werfen eine ganz eigene
Frage auf: Wie finden Menschen mit Hunden eigentlich eine Wohnung?
Maike und Florian haben zwar noch kein Haustier, wünschen sich aber
perspektivisch eines. In den meisten Wohnungsanzeigen, so ihre
Beobachtung, sind Vierbeiner nicht erwünscht.
© Pia Bublies für die ZEIT/DIE ZEIT
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Wenn Sie Vermieter sind und sich junge, sympathische, tier- und
musikliebende Mieterinnen und Mieter wünschen, hätten wir da etwas
im Angebot.
Und
falls Sie bei der Wohnungssuche ein Megaglück hatten und eine
Roomtour geben möchten: Wir haben die Serie »Zu Besuch« gestartet,
in der Hamburgerinnen und Hamburger von ihrem Zuhause erzählen. Die
erste Folge finden Sie weiter unten in diesem Newsletter. Und lassen
Sie sich davon nicht einschüchtern: Uns interessieren nicht nur
Eigentumswohnungen mit Elbblick.
Ich wünsche Ihnen einen
schönen Tag!
Ihre Viola Diem
Was heute wichtig ist
Im
Rahmen der zweimal pro Jahr
durchgeführten Speedweek wird diese Woche vor allem rund
um Schulen, Baustellen, Kindergärten, Altenheimen und Krankenhäusern deutlich mehr geblitzt. In Hamburg will
sich die Polizei auf einen Tag konzentrieren. Welcher das ist, gibt
sie im Voraus nicht bekannt.
© Christian Charisius/dpa
Seit
Juni hat das Tierheim Süderstraße 183
Fundtiere aufgenommen. Besonders in den
Wochen vor und während der Sommerferien nehme die Zahl deutlich zu,
so ein Sprecher. Aktuell gibt es Aufnahmestopps für Katzen (im Bild
sehen Sie »Miu«), Reptilien, Ziervögel, Aquarientiere und
Hausgeflügel wie Hühner.
Von
den mehr als einer
Million Haushalten in Hamburg haben Ende 2025 knapp
27.000 Haushalte Wohngeld bezogen. Im
Schnitt erhielten sie einen staatlichen Mietzuschuss in Höhe von 318
Euro im Monat, so das Statistikamt Nord. Die Gesamtmiete der
Wohngeldempfänger betrug durchschnittlich 645 Euro im Monat.
Drei
junge Männer haben kurz nach dem Ende der CSD-Parade eine Angehörige
der Queer-Community angegriffen. Der
für Hasskriminalität zuständige Staatsschutz hat die Ermittlungen
übernommen.
In
Billbrook ist am Sonntag ein Rettungswagen
während eines Blaulichteinsatzes mit einem Auto zusammengestoßen.
Drei Menschen wurden laut Polizei verletzt; alle drei seien in einem
Krankenhaus ärztlich versorgt worden. Die Polizei ermittelt die
genaue Unfallursache.
Aus Hamburg
© Jana Mai für DIE ZEIT
»Einmal hörte ich die Durchsage: ›Jetzt ärgern wir die reichen Säcke‹«
Sie
wohnen in einem der spektakulärsten Luxushochhäuser Hamburgs:
Elbblick, sechs Balkone, Dampfsauna. Kosten: mehr als drei Millionen.
Aber Macken gibt’s trotzdem. Lesen Sie hier einen Auszug aus der
neuen Serie von ZEIT-Redakteurin Viola Diem.
In
unserer Serie »Zu Besuch« sind wir bei Menschen in ihrem Zuhause.
Sie erzählen, wie sie leben, was es kostet – und wo der Haken ist.
In dieser Folge besuchen wir Dominic Sander und seine Frau Anni
Kerkhoff. Sie leben in einer 170 Quadratmeter großen Luxuswohnung im
Hochhaus The Crown in der Hamburger HafenCity. Aber auch im Luxus
bleiben Ecken provisorisch: Den Einzug mussten sie fünfmal
verschieben, dann ging die Heizung nicht aus und das Licht nur durch
Herausdrehen der Birne. Und jetzt kommen die Touristen, die gegen
Reiche schimpfen.
Wer
wohnt hier?
Dominic Sander, 54, hat 2018 seine Softwarefirma verkauft und arbeitet
seither nicht mehr. Etwa die Hälfte des Jahres ist er auf Reisen,
gerade war er in Südostasien. Die andere Hälfte genießt er das
Leben in Hamburg. Seine langjährige Partnerin Andrea Kerkhoff, Anni
genannt, ist Regionalmanagerin bei einem privaten Bildungsträger. In
den Genuss des schicken Gästezimmers kommen besonders oft die
erwachsenen Kinder der 48-Jährigen aus einer früheren Beziehung.
Wie
sieht es bei euch aus?
Dominic Sander: »Wenn man die Balkone zu 50 Prozent dazurechnet, kommen wir
auf rund 170 Quadratmeter Wohnfläche. Unsere Wohnung umfasst eine
offene Küche mit Essbereich und großem Wohnzimmer, ein Schlafzimmer
mit Bad, ein Ankleidezimmer, ein Gästezimmer mit Badezimmer, einen
Hauswirtschaftsraum und einen Extraraum, der gerade noch keine
richtige Funktion hat. Mein Lieblingsplatz sind die Balkone. Der
neben dem Schlafzimmer ist sichtgeschützt, da kann ich mich nach dem
Dampfbad nackig mit meinem Tee hinlegen.«
Anni
Kerkhoff: »Unsere Wohnung hat absurd viele Balkone: sechs. Wirklich
häufig sind wir vor allem auf dem großen am Wohnzimmer und auf dem
am Schlafzimmer. Aber allein, dass man einmal um die Wohnung herum
fast immer irgendwo raus kann, gibt dem Ganzen dieses offene, luftige
Gefühl. Die Wohnung lebt von dem, was draußen passiert. Da fahren
Boote vorbei, da wechselt das Licht, da ist immer Bewegung. Und
gleichzeitig hat man innen Ruhe.«
Wie
die beiden die Wohnung gefunden haben und wie es sich in ihr lebt,
lesen Sie weiter in der ungekürzten
Fassung. →
Zum Artikel (Z+)
Wenn
Sie uns auch hereinlassen und erzählen möchten, wie Sie wohnen,
schreiben Sie uns an hamburg@zeit.de, Betreff: »Zu Besuch«.
Schon gelesen?
© Chloé Azzopardi
»Wahrscheinlich haben Knochen sogar Einfluss auf das Gedächtnis«
Mit 60 die Knochen
eines 30-Jährigen haben? Das geht, sagt der Forscher Michael Amling. Er leitet das Institut für Osteologie und Biomechanik
am UKE. ZEIT-Redakteur Jürg Burger hat ihn getroffen.
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Zum Interview (Z+)
Darauf können Sie sich freuen
Nach
einer dreijährigen Pause findet der Ladies
& Gents Cup am Hamburger Rothenbaum wieder statt. Vom 9. bis 16. August spielen nationale und
internationale Jungstars um Weltranglistenpunkte und Preisgelder bei
der ATP-Challenger-75 und beim ITF-W50-Turnier. Der Spielplan wird
kurzfristig veröffentlicht.
Ladies
& Gents Cup, 9.–16.8.; Tennisstadion am Rothenbaum,
Hallerstraße 89;der
Eintritt ist an allen Turniertagen kostenfrei.
Meine Stadt
Zwei Ikonen treffen sich © Gabi Plangger
Hamburger Schnack
Sommerferien,
Mittagszeit. In einem riesigen Discounter irren zwei Schülerinnen
offenbar ziellos und gelangweilt durch die endlosen vollgestopften
Gänge. Die eine schaut sich wie aus einem Traum erwacht um und fragt
entsetzt: »Kannst Du mir sagen, warum wir eigentlich hier sind?«
Die andere antwortet mit leicht resigniertem Unterton: »Weil wir 14
sind und kein Leben haben?«
Gehört
von Peter Dieck
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