Der Standort sei von Anfang an kein einfacher gewesen. Und doch hat sich das Café Stenz in mehr als zehn Jahren zum Nachbarschaftslokal für die Untersendlinger entwickelt. Damit ist jetzt Schluss: „Wir haben den gastronomischen Betrieb aufgegeben“, teilt Boris Weber, der das Lokal mit den Gebrüdern Johannes und Matthias Meyer führte, der AZ mit.

Stenz in Sendling schließt endgültig

Mehrere Gründe hätten zu der Entscheidung geführt, sagt Weber. Mit ausschlaggebend seien aber die zahlreichen Baustellen in der Umgebung gewesen. Der Gastronom meint damit vor allem die Vollsperrung der U3 und U6 zwischen Sendlinger Tor und Implerstraße.

U3/U6 Sperrung sorgt für Probleme: „Wir sind nicht mehr erreichbar“

„Wir sind nicht mehr erreichbar via U-Bahn und Auto“, sagt Weber. Inzwischen ist die Eisenbahnunterführung in der Lindwurmstraße wieder stadtauswärts per Pkw befahrbar – aber die Teilsperrung wird noch Jahre andauern.

Betreiber des Stenz: Matthias Meyer (l.) und Boris Weber (Archivbild).

Betreiber des Stenz: Matthias Meyer (l.) und Boris Weber (Archivbild).
© Hannes Magerstädt

Betreiber des Stenz: Matthias Meyer (l.) und Boris Weber (Archivbild).

von Hannes Magerstädt

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Die Baustellen haben den Betrieb deutlich erschwert. In der AZ berichteten in den vergangenen Wochen auch Boazn-Wirte von Problemen durch die Sperrung. Neben den Sendlingern ist man freilich auch auf Besucher aus der Innenstadt angewiesen. „Wenn die Leute aus der Stadt nicht mehr herkommen, ist das schwierig“, sagt der Stenz-Wirt.

Neues Konzept ist gescheitert

Erst vergangenes Jahr versuchten die Stenz-Macher, mit einer Konzeptänderung das Geschäft anzukurbeln. Als „Stenz Cucina e Bar“, versuchte man, sich mit Aperitivo-Kultur und Pinsa von der starken Konkurrenz im Viertel abzuheben. „Das hat nur bedingt funktioniert“, sagt Weber.

Die Räume des geschichtsträchtigen Areals eignen sich gut als Event-Location.

Die Räume des geschichtsträchtigen Areals eignen sich gut als Event-Location.
© Hannes Magerstädt

Die Räume des geschichtsträchtigen Areals eignen sich gut als Event-Location.

von Hannes Magerstädt

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Jetzt setzt die Stenz-Gruppe in der Lindwurmstraße auf das Event-Geschäft. Im Gebäude des ehemaligen „Maibräu“ und des Lichtspielhauses „Alhambra“ (bis 1971), gibt es neben dem Café im vorderen Bereich auch große Flächen, die die Betreiber als Event-Location vermieten. Das Lokal selbst soll nun als Raum für private Feiern angeboten werden. „Das ist für uns kalkulierbarer“, erklärt Weber.

Zukunft des einstigen „Maibräu“ weiter ungewiss

Mit der ungewissen Zukunft des Areals habe die Schließung hingegen nichts zu tun. Ein österreichischer Investor hat das Areal vor einigen Jahren gekauft. Die Gebäude sollten niedergerissen werden; an ihre Stelle ein siebenstöckiger Wohnturm mit 50 Apartments und Tiefgarage treten.

Die Pläne liegen derzeit auf Eis. Das Gebäude sollte zuletzt wieder verkauft werden. Noch habe sich hier aber nichts getan, sagt Weber.