Heftiger Regen mit starken Böen hat den Süden von Mönchengladbach getroffen. Videos in den Sozialen Medien zeigen, wie stürmisch es unter anderem in Wickrath und Odenkirchen war. Fotos belegen zudem, dass Bäume umgeknickt und Äste heruntergefallen sind. Die Aufnahmen sind gegen 20 Uhr am Montagabend, 3. August, entstanden. An manchen Straßen ist kein Durchkommen mehr.
Zuvor hatte es eine amtliche Unwetterwarnung vor schwerem Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagel für den Landkreis Mönchengladbach gegeben. Unter anderem über die Warn-App NINA wurden Bürgerinnen und Bürger informiert.
Trotzdem überraschte es viele. Und: Das Unwetter traf die Stadt augenscheinlich nur punktuell. Denn im Norden der Stadt – etwa in Gladbach und Windberg – blieb es am Montagabend zunächst trocken. Kein Regen, keine Böen. Auch in Rheydt wunderten sich die Menschen über die Warnung. In Odenkirchen kippten hingegen Bäume mitsamt ihres Wurzeltellers auf Straßen, Autos oder in Gärten, wie Fotos bei Facebook zeigen. An der Kamphausener Höhe ist ein Video von starkem Hagel entstanden. In Wanlo sah die Straße zeitweise so aus, als hätte es geschneit. Und in Güdderath fegten die Blätter von den Bäumen nur so durch die Gegend.
Zugverkehr eingeschränkt und Zug evakuiert
Auch der Zugverkehr ist von dem Unwetter betroffen. Seit Montagabend ist die Strecke zwischen Rheydt-Odenkirchen und Grevenbroich nicht befahrbar (Stand: Dienstag, 4. August, 9 Uhr). Wie dem Portal Zuginfo.NRW zu entnehmen ist, hat ein Baum eine Oberleitung getroffen. In der Folge kommt es zu Verspätungen, Teilausfällen und Ausfällen auf dem kompletten Weg. „Bitte prüfen Sie Ihre Reiseverbindung kurz vor der Abfahrt“, lautet die Empfehlung. Über die Dauer der Sperrung ist bislang nichts bekannt. Betroffen sind der RE8 und die RB27. Ein Schienenersatzverkehr (SEV) mit sieben Bussen ist zwischen Mönchengladbach Hauptbahnhof und Köln Hauptbahnhof eingerichtet.
In der Nähe des Orts Herrath im Südwesten von Mönchengladbach ist ein Zug, der auf freier Strecke halten musste, evakuiert worden. Polizei und Feuerwehr sind vor Ort. Fotos zeigen, wie Menschen mit ihrem Gepäck auf den Feldern unterwegs sind.
In der Nacht bestätigt die Feuerwehr Mönchengladbach die Evakuierung und nannte den Einsatz „besonders“. Der Regionalzug konnte demnach nicht weiterfahren, weil ein Baum auf die Oberleitung gestürzt war. „In enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn und der Bundespolizei evakuierte die Feuerwehr die Fahrgäste aus dem Zug. Anschließend wurden die Reisenden mit bereitgestellten Bussen der NEW mobil und aktiv Mönchengladbach GmbH zu ihren jeweiligen Anschlusszielen gebracht“, teilt die Feuerwehr mit. Während des Einsatzes wurden die Einsatzkräfte durch Helferinnen und Helfer des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) sowie des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) mit Getränken und Verpflegung versorgt.
Weitere Warnung am Montagabend
Die amtliche Unwetterwarnung für Mönchengladbach war nach etwa einer Dreiviertelstunde schon wieder zurückgenommen worden. Gegen 21.25 Uhr folgte dann die amtliche Warnung vor starkem Gewitter. Sturmböen bis 80 km/h seien möglich, dazu starker Niederschlag sowie Hagel. Die Warnung gilt auch für die Nachbarstadt Korschenbroich, in der die Feuerwehr ebenfalls im Einsatz ist.
170 Einsatzkräfte in Mönchengladbach
In der Nacht zieht die Feuerwehr eine erste Bilanz. Sie spricht von einem „schweren Unwetter mit Starkregen und teils stürmischen Böen“. Im südlichen Stadtgebiet seien bei den zahlreichen Einsätzen unter anderem umgestürzte Bäume beseitigt und Gefahrenstellen gesichert worden. Insgesamt halfen bis kurz nach Mitternacht etwa 170 Einsatzkräfte der verschiedenen Organisationen bei der Bewältigung der Lage. Sie arbeiteten Hand in Hand, so die Wehr.
Im Einsatz waren die Lösch- und Hilfeleistungszüge der Berufsfeuerwehr aus Bettrath, Holt und Rheydt, Fahrzeuge des Technik- und Logistikzentrums sowie die Einheiten Beckrath, Giesenkirchen, Hardt, Herrath, Neuwerk, Odenkirchen, Rheindahlen, Rheydt, Stadtmitte, Wanlo, Wickrath, Wickrathberg und Wickrathhahn. Darüber hinaus unterstützten Kräfte der Hilfsorganisationen ASB, DRK und Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) mit drei Rettungswagen und einer Versorgungseinheit, zwei Busse der NEW sowie ein Notfallseelsorger den Einsatz.
Info Die Feuerwehr weist darauf hin, bei Unwettern Bereiche mit Bäumen möglichst zu meiden und Straßen oder Wege mit umgestürzten Bäumen oder herabgefallenen Ästen nicht eigenständig zu räumen. Gefahrenstellen sollten über den Notruf 112 gemeldet werden.