Umgehung von Sanktionen

Putin flaggt LNG-Flotte kurz vor EU-Verbot aus

04.08.2026 – 11:18 UhrLesedauer: 2 Min.

Wladimir Putin beim Besuch des Pipelineverlegeschiffs Solitaire: Die geplanten US-Sanktionen zielen besonders auf die Betreiber der Schiffe ab, die die Rohre in der Ostsee verlegen.Vergrößern des Bildes

Wladimir Putin setzt auf neue Lieferwege für seine Energie. (Archivbild) (Quelle: Dmitry Lovetsky/ Archivbild/reuters)

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Wladimir Putin setzt auf eine Schattenflotte, um sein Öl weiter zu verkaufen. Nun will er mit einem brisanten Manöver auch Flüssiggas-Sanktionen der EU umgehen.

Kreml-Chef Wladimir Putin versucht, die angekündigten EU-Sanktionen gegen russisches LNG-Gas mit einem Trick zu umgehen. Von einem „einzigartigen Phänomen“ sprach Expertin Irina Mironowa vom New Energy Advancement Hub in Nikosia auf Zypern in der Zeitung „Financial Times“.

Die EU-Staaten hatten sich in diesem Jahr auf ein Importverbot für russisches LNG-Gas ab 2027 verständigt. Nun beobachten Schifffahrtsexperten ein brisantes Manöver. Nach Daten des Schiffsbeobachters Windward ließ Putin allein in den zurückliegenden sechs Monaten acht Tanker verkaufen und unter fremder Flagge weiterfahren. Damit steige die Zahl der LNG-Schattenflotte auf insgesamt 25 Schiffe. Darunter auch zwei Neubauten.

Die EU-Sanktionen betreffen allein Schiffe, die in Russland registriert sind. Ausgeflaggte Schiffe sind von den Restriktionen nicht betroffen.

Russland unternimmt dabei wenig, um das Manöver zu verschleiern. Darauf deuten allein die Schiffsnamen hin. So wird aus dem Tanker „Kosmos“ einfach das Schiff „Space“ – beides bedeutet Weltall.

Zwei russische Schatten-Tanker im Mittelmeer aufgebracht

imago images 104467250Vergrößern des BildesEin russischer Tanker auf der Werft Svesda. (Archivbild) (Quelle: Press Office of the Zvezda Shipy via www.imago-images.de/imago)

Russland nutzt das System der Schattenflotte bereits, um westliche Öl-Sanktionen zu umgehen. Fachleute zählen dazu mittlerweile um die tausend Schiffe. „Die Schattenflotte für Öltransporte hatte Vorläufer im Iran und in Venezuela“, sagte Irina Mironowa der „FT“ mit Blick auf die Umgehung von westlichen Sanktionen durch die beiden Länder. Die Expertin weiter: „Doch kein anderes Land hatte zum Zeitpunkt der Verhängung von Sanktionen einen vergleichbaren technologischen Fortschritt erreicht.“

Die EU-Staaten hatten in den vergangenen Monaten ihr Vorgehen gegen Putins Schattenflotte verstärkt. So hatte Frankreich im vergangenen Herbst einen Schattentanker vor seiner Küste an die Kette gelegt. In der Vorwoche hatte die italienische Marine zwei Öltanker der Schattenflotte im Mittelmeer aufgebracht.