Das Niederrheinische Museum Kevelaer gehört jetzt auch zum Kreis der Auserwählten: Seit 1986 ehrt der in Rheinberg geborene Künstler Thomas Baumgärtel, bekannt als der „Bananensprayer“, Museen, Galerien und Kunstorte weltweit mit seiner gesprayten Banane. Die Markierung gilt mittlerweile als inoffizielles Gütesiegel und als Zeichen für die Freiheit der Kunst. Inzwischen hat er mehr als 4000 solcher goldgelben Bananen im öffentlichen Raum hinterlassen. Eine davon befindet sich nun am Museum in Kevelaer, gleich rechts neben der Eingangstür.
Am 8. Mai wurde dort die erste Ausstellung seiner Jubiläumstour „40 Jahre Bananensprayer“ eröffnet. „Es ist eine Ehre für uns und eine Wertschätzung für das Haus“, sagt Veronika Kaenders, Leiterin des Niederrheinischen Museums. „Die Banane ist ein schönes Zeichen dafür, dass sich unsere Arbeit rentiert.“ Und bei der einen Banane ist es nicht geblieben: Mittlerweile befindet sich noch eine zweite Banane über dem Eingang der Verwaltung: eine eigens für die Region gestaltete Niederrhein-Banane, die sowohl an eine Kopfweide als auch an ein Kornfeld erinnert. „Das Kunstwerk ist dauerhaft frei zugänglich und die Besichtigung kann mit einem Museumsbesuch kombiniert werden“, sagt Kaenders.
Gleichzeitig gibt es gute Nachrichten für alle Kunstinteressierten: Die Sonderausstellung „Freiheit für Kunst!“, die aktuell im Niederrheinischen Museum läuft, wird teilweise verlängert. Während die Werkgruppe „Graue Bilder“ nur noch bis zum 30. August gezeigt wird, bleibt die Ausstellung „German Urban Pop Art“ noch bis zum 27. September geöffnet.
Seit der Eröffnung im Mai haben mehr als 1000 Besucherinnen und Besucher die Ausstellung in Kevelaer im Rahmen der Niederrheintour 2026 besucht und die Werke des „Bananensprayers“ bestaunt. Die große Resonanz hat das Museum dazu bewogen, einen Teil der Ausstellung über den ursprünglichen Zeitraum hinaus zu verlängern. Gleichzeitig wird damit das Konzept der Niederrheintour 2026 unterstützt, denn auch weitere beteiligte Ausstellungshäuser verlängern ihre Präsentationen. Kunstinteressierte erhalten so die Möglichkeit, mehrere Stationen der Tour zu besuchen und die unterschiedlichen Ausstellungen in Ruhe auf sich wirken zu lassen.
Mit den beiden in Kevelaer ausgestellten Werkgruppen zeigt Thomas Baumgärtel die Bandbreite seines künstlerischen Schaffens. Während die farbintensive „German Urban Pop Art“ gesellschaftliche und politische Themen aufgreift und sich durch ihre prägnante Bildsprache auszeichnet, eröffnen die „Grauen Bilder“ einen sehr persönlichen Blick auf das Leben und Denken des Künstlers.
Wer beide Werkgruppen noch einmal gemeinsam erleben und miteinander in Beziehung setzen möchte, sollte die Gelegenheit nutzen und das Niederrheinische Museum bis zum 30. August besuchen kommen. Anschließend bleibt die Werkgruppe „German Urban Pop Art“ noch bis 27. September zu den regulären Öffnungszeiten des Museums zugänglich und lädt dazu ein, die Werke vielleicht sogar ein zweites Mal zu entdecken. Nicht selten eröffnen sich beim erneuten Betrachten neue Perspektiven, Details und Zusammenhänge.
Enden wird die Sommertour des Künstlers, der mit seinen Werken an insgesamt 40 Ausstellungsorten am gesamten Niederrhein vertreten war, im Museum Kurhaus Kleve. Dort ist aktuell die Werkgruppe „Künstlerbananen – Hommagen an große Künstler“ zu sehen. Die Finissage findet am Sonntag, 27. September, um 15 Uhr statt.
Öffnungszeiten: Das Niederrheinische Museum Kevelaer ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Die weiteren Ausstellungstermine finden sich unter www.40jahrebananensprayer.de.