Ein neues Online-Tool schafft mehr Klarheit zur Nutzung von Gewässerwärme: Der Aquathermie-Viewer Deutschland bietet erstmals einen bundesweiten Überblick über bestehende Aquathermie-Anlagen.

Mit der Veröffentlichung einer Entwurfsversion des Aquathermie-Viewers Deutschland macht die Technische Universität (TU) Darmstadt einen wichtigen Schritt hin zu mehr Transparenz und Wissensaustausch im Bereich der aquathermischen Nutzung von Oberflächengewässern. Das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Projekt soll erstmals einen bundesweiten Überblick über bestehende Aquathermie-Anlagen schaffen und deren technische sowie genehmigungsrelevante Informationen öffentlich zugänglich machen.

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© TU Darmstadt

Darstellung des Aquathermie-Viewers Deutschland, wie er nun im Internet auffindbar ist, mit den bisher erfassten Informationen zu Anlagen und Genehmigungsbehörden

In der Januar-Ausgabe der WasserWirtschaft 2025 wurde über den Projektstart des Aquathermie-Viewers Deutschland berichtet. Hintergrund des Projekts ist, dass Anlagen zur Nutzung der Wärme aus Oberflächengewässern in Deutschland dezentral genehmigt werden und sowohl ein behördenübergreifender Austausch als auch eine Zugänglichkeit von Erfahrungswerten erschwert ist. Das Projekt, gefördert von der DBU, entwickelt einen internetbasierten Aquathermie-Viewer mit Datenbank, der bestehende Anlagen kartographisch darstellt und die zugehörigen Informationen öffentlich zugänglich macht. Der Aufbau des Viewers zielt ab auf

  1. 1.

    eine umfassendere ökologische Bewertung von Gewässerläufen hinsichtlich ihrer aquathermischen Nutzung,

  2. 2.

    die Förderung von Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch zur sichereren Planung von Aquathermie-Anlagen sowie

  3. 3.

    eine Stärkung der Transparenz und perspektivischen Harmonisierung von Genehmigungsverfahren.

Für den Aquathermie-Viewer wurden und werden die in Deutschland bestehenden Anlagen erfasst. Mitte April wurde nun eine Entwurfsversion des Viewers mit den bisher erhobenen und zur Darstellung freigegebenen Daten veröffentlicht.

Zur Erfassung der bestehenden Anlagen wurden zunächst die Genehmigungsbehörden für Aquathermie-Anlagen kontaktiert und zu bisherigen Genehmigungsprozessen sowie zur Anzahl gemeldeter Aquathermie-Anlagen in ihrem Zuständigkeitsbereich befragt. Zuständig für die Genehmigung von Aquathermie-Anlagen sind in der Regel die Oberen bzw. Unteren Wasserbehörden, die mit dem Vollzug wasserrechtlicher Vorschriften betraut sind. Für das Projekt ergaben sich daraus rund 370 Stellen, die zur Bestandserhebung Rückmeldungen geben können. Bislang haben etwa 70 % der angefragten Behörden geantwortet. Die von den Genehmigungsbehörden gemeldete Anzahl an Anlagen liegt derzeit bei rund 100.

Die Anlagenbetreibenden wurden bzw. werden sowohl auf Grundlage der Behördenrückmeldungen als auch durch weitere Recherchen identifiziert und kontaktiert. Zu den ergänzenden Recherchen zählen unter anderem Internet-Zeitungsartikel, Veröffentlichungen in Fachzeitschriften sowie Vorstudien. Aktuell sind knapp 60 Anlagen in Betrieb und etwa 10 außer Betrieb mit genauem Standort bekannt; für etwas mehr als 50 weitere Anlagen zzgl. vermutlich drei außer Betriebist zumindest die jeweilige Gemeinde bekannt.

Wer eine Aquathermie-Anlage betreibt und diese noch nicht im Viewer findet, kann sie gerne über wabau@wb.tu-darmstadt.de melden.