
Ingo Buchbender, Geschäftsführer der Sport- und Freizeitbetriebe Dortmund, und Stephanie Zech, Stellvertretende Zoo-Direktorin, heißen den Nachwuchs willkommen. © Joana Stickart
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Zwölf Löwenbabys kommen zur Welt – zum ersten Mal, seit die beiden Löwenmütter und der -vater im Zoo Dortmund leben, gibt es bei den Löwen Nachwuchs. Die beiden fünfjährigen Löwinnen Zuri und Saba brachten die zwölf Babys zur Welt.
„Es ist nicht ungewöhnlich, dass Weibchen zeitgleich Nachwuchs bekommen“, sagt Stephanie Zech, stellvertretende Leitung im Dortmunder Zoo, „so können die Löwenbabys in einer Gruppe aufwachsen.“
Zuri bekam am 28. Juli fünf Junge. Saba folgte am 31. Juli mit sieben weiteren Jungtieren. Vater aller Tiere ist der sechsjährige Löwe Boeti. Bei Löwen kommen meist ein bis sechs Jungtiere zur Welt. „Das ist keine ungewöhnliche Zahl. Trotzdem waren wir von der Wurfgröße positiv überrascht“, erklärt Ingo Buchbender, Geschäftsführer der Sport- und Freizeitbetriebe Dortmund

Geplante Zucht für den Artenschutz
Die Löwinnen sind Teil des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP). Durch die gezielte Zucht soll sichergestellt werden, dass genetisch gesundes Material weitergetragen wird, „vor allem, weil die Zahl der Löwen in Afrika immer weiter zurückgeht“, so Stephanie Zech.
„Nachdem die chemische Verhütung der Löwen-Mamas ausgelaufen ist, haben wir hier natürlich alle auf Nachwuchs gehofft.“
Die Jungtiere im Dortmunder Zoo würden demnach zum weltweiten Artenschutz der afrikanischen Löwen beitragen.
Ruhe für die Löwenbabys
Besucher müssen sich aber noch gedulden, sagt Zech. Das Löwenhaus bleibe auf unabsehbare Zeit geschlossen. Sowohl Mütter und Nachwuchs bräuchten ausreichend Ruhe.
Jede Löwin lebt mit ihren Jungtieren in einer eigenen Wurfbox. Der Löwenvater Boeti hält Abstand zu den Familien. „In freier Wildbahn würde er seinen Nachwuchs verteidigen, aber weil wir das hier übernehmen, kann er sich entspannt zurücklehnen“, scherzt Zech.
Absolute Ruhe, nicht stören – das gilt nicht nur für Besucher. Auch die Veterinärsärztin muss vorerst draußen bleiben. „Deswegen können wir noch nichts zum Geschlecht der Löwenbabys sagen.“
Der Löwenvater Boeti im Zoo Dortmund© Zoo Dortmund/Ida Andrae
„Aktuell haben wir keinen Grund zur Sorge“
Obwohl eine ärztliche Untersuchung vorerst ausblieb, gebe es aktuell keinen Grund zur Sorge, so Zech: „Die Tiere machen einen gesunden Eindruck. Und wie üblich entscheidet am Ende die Natur darüber, wie kräftig der Nachwuchs wird“.
Kontakt haben die Löwenkids nur zu wenigen Pflegern, „die dafür sorgen, dass die Routine für Mutter und Kind nicht aus dem Gleichgewicht gerät“.
Wann der Nachwuchs dann zum ersten Mal die Innen- und Außenanlage des Löwenhauses im Dortmunder Zoo erkunden wird, ist unklar. „Die Tiere brauchen noch mindestens eine Woche, um zu Kräften zu kommen. Alles Weitere können wir nur spekulieren“.
Gerüchte sprechen von Einschläferung
Schon kurze Zeit nach der Verkündung des Neuzugangs im Dortmunder Zoo machten sich Gerüchte breit, die von einer Einschläferung der Löwenbabys sprachen, sollten sie von der Mutter abgestoßen werden. „Das stimmt überhaupt nicht“, sagt Ingo Buchbender.
Der Geschäftsführer der Sport- und Freizeitbetriebe Dortmund dementiert die Gerüchte: „Wir verstehen die Sorge. Aber eine Einschläferung ist aktuell kein Thema. Das ist das Letzte, woran wir momentan denken“.
Die Sorge über mögliche Einschläferungen von Löwenbabys in deutschen Zoos kommt aber nicht von ungefähr. Ein Vorfall im Kölner Zoo hatte im Juli vergangenen Jahres für Furore gesorgt.
Nachdem die dortige Löwen-Mama ihren Nachwuchs nicht angenommen hatte, wurden die zwei asiatischen Löwenbabys gezwungenermaßen eingeschläfert, teilte der Kölner Zoo damals mit. Eine Handaufzucht sei dort keine Alternative gewesen.
Einschläferung ist kein Thema
Im Dortmunder Zoo sehe das anders aus. „Wir werden alles versuchen, um den Nachwuchs unterzubringen. Sei es hier bei uns oder in anderen Anlagen“, sagt Zech.
Der Zoo befinde sich dafür bereits im Austausch mit internationalen Abnehmern. Auch einige Anfragen habe es schon gegeben – noch ohne Ergebnis.
Ob und wie viele Jungtiere im Dortmunder Löwenhaus langfristig ihr Zuhause finden, ist unklar, „Unsere Anlage hat Platz für bis zu fünf erwachsene Löwen. Aber auch hier können wir noch nichts Genaues planen“.
Eine Einschläferung sei, wenn überhaupt, die letzte Instanz, erklärt die stellvertretende Leitung des Dortmunder Zoos. „In dem Fall würden wir unsere Ethikkommission einschalten. Eine Einschläferung von heute auf morgen ist gar nicht möglich“.
