Erst kürzlich hat die Stadt die Fahrbahndecke der Lönsstraße und der Schubertstraße saniert. Bereits vor Monaten sprach sich die Bezirksvertretung Heckinghausen dafür aus, dort einen Schutzstreifen für Radfahrer zu installieren. Nun gibt es seitens der Verwaltung eine Absage. Der Grund: Zu viel Verkehr und zu wenig Platz.
„Ich bin doch sehr enttäuscht“, erklärt Bezirksbürgermeister Stefan Kühn (SPD). „Im Ergebnis bedeutet es, dass alles beim Alten bleibt.“
Die Stadt verweist auf das hohe Verkehrsaufkommen auf der Lönsstraße. Demnach seien täglich rund 12 500 Fahrzeuge auf der Lönsstraße unterwegs und Linienbusse würden die Straße in beide Richtungen nutzen. Die „obere Belastungsgrenze“ für Schutzstreifen befinde sich laut Stadt bei 10 000 Fahrzeugen am Tag. Wenn diese Marke überschritten wird, wird aus Sicherheitsbedenken für Radfahrer von einem Schutzstreifen abgeraten. Würde ein Schutzstreifen eingerichtet, müssten Busse und Lkw diesen regelmäßig mit nutzen, da die Fahrbahnbreite zwischen 7,20 bis 7,60 Meter ansonsten nicht ausreiche. Ist die Straße zu schmal, müssen Busse und Lkw dauerhaft auf den Schutzstreifen ausweichen. Die Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung gibt allerdings vor, dass Schutzstreifen nur markiert werden dürfen, wenn Kraftfahrzeuge diesen nur in seltenen Fällen mitnutzen müssen.
Also hat sich die Stadt mit einem möglichen Radfahrstreifen befasst. Beim Radfahrstreifen darf die durchgezogene Linie nicht überfahren werden. Aber auch hier ist die Verwaltung zu einem negativen Ergebnis gekommen: Für einen Radfahrstreifen mit der von der ERA (Empfehlungen für Radverkehrsanlagen) empfohlenen Breite von 1,85 Meter ist die Straße zu schmal. Die Mindestbreite liegt bei 1,50 Meter. Ein klassischer Radweg ist in der Regel baulich von der Fahrbahn getrennt und entsprechend in der Umsetzung teurer. „Das heißt, dass es nach wie vor keinen Schutz für Radfahrer gibt“, resümiert Kühn. Das Thema werde in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung diskutiert werden. „Ich bin jemand, der hartnäckig ist: Für mich ist das Thema noch nicht zu Ende.“
Die Verwaltung betont, dass die Verbesserung der Situation für Radfahrer an der Lönsstraße ein wichtiges Ziel bleibe. Bei der Fahrbahnsanierung konnten jedoch weder Schutzstreifen noch Radfahrstreifen als geeignete regelkonforme Lösung identifiziert werden. Weitergehende Maßnahmen würden erhebliche Eingriffe in den Straßenraum und angrenzende Flächen erfordern. Daher wird empfohlen, die bestehende Markierung beizubehalten.