30 Quadratmeter in Paris: Aus einer beengten Zweizimmerwohnung machte dieser Umbau mit viel Holz, Weiß und farbigem Stauraum ein offenes Einzimmerapartment.
Zwei Zimmer auf nur 30 Quadratmetern, und dann auch noch in baufälligem Zustand: Die Ausgangslage war nicht gerade günstig bei dieser Mini-Wohnung im pulsierenden Herzen des 10. Pariser Arrondissements – nur einen Katzensprung vom Canal Saint-Martin entfernt. Das Apartment in einem Gebäude aus dem 19. Jahrhundert bedurfte einer umfassenden Renovierung. „Obwohl sich die Eigentümerin wünschte, die beiden bestehenden Zimmer beizubehalten, war das wirklich schwierig“, erklärt der Architekt Benjamin Godiniaux. „Die Räume waren ungünstig aufgeteilt, das Schlafzimmer war größer als das Wohnzimmer.“ Aus Erfahrung wusste Godiniaux, dass eigentlich alles offener gestaltet werden müsste, um nicht nur Platz, sondern auch mehr Licht zu gewinnen. „Wenn mindestens zwei Fenster vorhanden sind, versuche ich normalerweise eher, Einzimmerwohnungen in Zweizimmerwohnungen umzuwandeln. Da das hier aber nicht funktionierte, musste ich den umgekehrten Weg gehen und eine hybride Einzimmerwohnung schaffen.“

Nur ein Vorhang trennt das helle Schlafzimmer vom Wohnbereich.
Juan Jerez
Der Blick in die andere Richtung: Wie der Schlaf- verfügt auch der Wohnbereich über ein eigenes Fenster.
Juan JerezHeller Vorhang als Trennwand
Die Eigentümerin konnte sich mit der Vorstellung eines Studios, das an ein Studentenzimmer erinnert, nicht recht anfreunden und schlug daher eine Glastrennwand vor, um Schlaf- und Wohnbereich voneinander zu trennen. Für Godiniaux war dies jedoch nicht die richtige Lösung. Statt einer festen Trennung plädierte er dafür, ganz auf Wände zu verzichten, damit beide Bereiche gleichermaßen vom Tageslicht der beiden Fenster profitieren. Sie einigten sich schließlich auf einen Vorhang als Raumteiler: „Dieses Vorhangsystem schließt den Raum nicht vollständig ab, sondern ermöglicht es, das Bett bei Bedarf aus dem Blickfeld verschwinden zu lassen“, erklärt Godiniaux. „So bleiben Schlaf- und Wohnbereich klar definiert, während sich die gesamte Wohnfläche nutzen lässt, wenn man allein ist – anstatt sie in zwei beengte Räume zu unterteilen.“ Um im Wohnbereich mehr Platz zu schaffen, wurde der Schlafbereich dabei auf das funktionale Minimum reduziert – nämlich auf die Länge des Bettes.