Lena Rossa häkelt kleine Quallen für Frühchen.

AUDIO: Gehäkelte Quallen und Kraken für Frühchen (2 Min)

Stand: 04.08.2026 18:46 Uhr

Als ihre Tochter als Frühchen auf die Welt kommt, erlebt Lena Rossa aus Mildenau schwere Wochen. Heute häkelt die 40-Jährige Quallen und Kraken für die Frühchenstation des Klinikums Chemnitz. Damit möchte sie anderen Familien helfen und etwas von der Unterstützung zurückgeben, die sie selbst erfahren hat.

von Katalin Valeš, MDR SACHSEN

Wenn Lena Rossa auf ihrer Couch sitzt und häkelt, entstehen keine Schals oder Mützen. Die Mildenauerin fertigt ehrenamtlich Quallen und Kraken für Frühchen auf der Intensivstation des Klinikums Chemnitz. „Ich mache das, weil es mir guttut und weil es den Frühchen einfach ein bisschen Sicherheit gibt, weil die Eltern nicht dabei sein können“, sagte Lena Rossa MDR SACHSEN.

Idee aus eigener Erfahrung

Die Idee dazu entstand nach der Geburt ihrer jüngsten Tochter. Ihr Baby kam mehr als sechs Wochen zu früh auf die Welt. Zeitweise kämpfte die Kleine ums Überleben. Diese Zeit hat die Familie bis heute nicht vergessen.

„Meine Tochter hat als Frühchen mit ihren Kabeln gespielt und sich die sich stellenweise auch abgerissen. Ich habe mich dann im Internet dazu belesen und bin auf diese Kraken und Oktopusse gekommen. Es lenkt einfach die Frühchen davon ab, weil sie dann was zum Festhalten haben“, sagte Lena Rossa MDR SACHSEN. Die Tentakel sollen den Kindern etwas zum Festhalten geben und sie davon ablenken, an Schläuchen und Kabeln zu ziehen.

Kleine Krabben aus Wolle, die Lena Rossa gehäkelt hat.

Die Tentakel der kleinen Wolltiere sollen die Frühchen beruhigen und sie davon abhalten, dass sie sich Kabel oder Schläuche rausreißen.

Sinnstiftender Zeitvertreib

Bis eine Figur fertig ist, vergehen rund vier Stunden. Jede einzelne entsteht in Handarbeit auf der Wohnzimmercouch der Mildenauerin. Für die kleinen Figuren gelten dabei strenge Vorgaben. Die Tentakel dürfen nicht zu lang sein, außerdem verwendet Lena Rossa spezielles Garn und achtet auf eine sichere Verarbeitung der Füllung. Im Laufe der Zeit sind zahlreiche Quallen und Kraken entstanden.

Immer, wenn eine neue Figur fertig wird, ist das für die 40 Jahre alte, zweifache Mutter ein ganz besonderer Moment: „Es ist wieder was Schönes entstanden, denke ich mir dann. Wenn ich das Gesicht dann noch aufgestickt habe, gucke ich mir die an. Und wenn die Quallen mich dann so anlächeln oder die Kraken, ja, das finde ich schon schön“, sagte Lena Rossa MDR SACHSEN.

Tochter Elli ist inzwischen viereinhalb Jahre alt. Und ihre Mutter häkelt weiter Quallen und Kraken für die Frühchenstation in Chemnitz. So bedankt sie sich für die Hilfe von damals und unterstützt zugleich andere Frühchen und ihre Familien.

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MDR (kav)