Ein einsturzgefährdetes Haus wird evakuiert, die Bewohner fürchten um ihr Hab und Gut. Und der Eigentümer? Wirbt beruflich für Immobilien von »höchster Qualität«.

4. August 2026, 19:58 Uhr

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Ein paar Risse in einem Altbau wurden in Hamburg zum Menetekel einer fast verhinderten Wohnkatastrophe. Nachdem Musiker Richard von der Schulenburg im Juni wachsende Schäden in seinem Haus in der Holstenstraße meldete und auch andere Bewohner Alarm schlugen, dauerte es Wochen, bis das Bezirksamt die Brisanz erkannte, ein HOZ-Verfahren einleitete und ein Statiker bei der Begehung abrupt die Evakuierung auslöste – Podcast-reif, nur leider ohne Pointe. Im Fokus steht nun der Eigentümer Wolf-Peter Schneider, der mit Luxussegment, Sylt-Glamour und dem Nimbus des „Star-Architekten“ assoziiert wurde, laut Anwalt aber kein Architekt ist und jede Vernachlässigung der Gebäudesicherheit zurückweist. Zugleich zeichnet sich ein Muster aus jahrelangem Instandhaltungsstau, notdürftigen Repairs und alten Gutachten mit Rissen, Schimmel und Pfusch ab, auch wenn der direkte technische Link zur akuten Einsturzgefahr bislang umkämpft bleibt. Für die ausgelagerten Mieter geht es deshalb nicht nur um Statik, sondern um die soziale Fallhöhe einer Stadt, in der bezahlbarer Wohnraum so rar ist, dass ein abgesacktes Haus fast noch als letzter Safe Space erscheint – und die bange Frage bleibt, ob das Gebäude und ihre Existenz dort überhaupt zu retten sind.

Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen.

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Evakuierung in Hamburg-Altona: Einsatzkräfte stehen vor einer Häuserzeile in der Holstenstraße im Stadtteil Altona. Aus dem Haus auf der Mitte des Fotos sowie dem Nachbarhaus hat die Hamburger Feuerwehr 14 Bewohner in Sicherheit gebracht.

Einsatzkräfte stehen vor einer Häuserzeile in der Holstenstraße im Stadtteil Altona. Aus dem Haus auf der Mitte des Fotos sowie dem Nachbarhaus hat die Hamburger Feuerwehr 14 Bewohner in Sicherheit gebracht.
© Bodo Marks/​picture-alliance/​dpa

Am 18. Juni 2026 setzt Richard von der Schulenburg eine E-Mail an seinen Vermieter auf. »Mängel«, schreibt der
52-jährige Musiker in die Betreffzeile. In seiner Wohnung in der Hamburger Holstenstraße
hätten sich Risse gebildet. Er fragt, ob sich ein Handwerker das einmal ansehen
könne. Der E-Mail hängt das Ex-Mitglied der Band Die Sterne auch
Fotos an. Sie zeigen Risse von etwa 50 Zentimetern Länge im Mauerwerk.

Schulenburg berichtet, auch anderen
Mieterinnen und Mietern im Haus sei zunehmend »mulmig« geworden. Die Risse, sie
»wuchsen«. Der Vater einer Anwohnerin schreibt Ende Juni an das Bezirksamt, er
mache sich Sorgen um seine Tochter, die im Haus lebe.