Seit rund zwei Wochen gleicht der Parkplatz der Kaarster McDonald‘s-Filiale einer Schotterwüste. Die Hecken, Büsche und Sträucher wurden durch Kieselsteine ersetzt. Das hat in den sozialen Medien laute Kritik hervorgerufen. „Hübsch hässlich, die Burger werden dann im Sommer auf den Steinen gegrillt“, heißt es unter einem Facebook-Post, der aktuelle und alte Bilder des Parkplatzes zeigt, als dieser noch Grün war. „Vorgärten sollen bepflanzt werden und öffentlicher Raum wird so umgestaltet. Furchtbar“, schreibt ein anderer.

Den Post hatte das SPD-Ratsmitglied Ingo Lange veröffentlicht. Dieser fragt sich, wie das Abholzen mit den Klimaschutzzielen der Fast-Food-Kette übereinstimmen kann. Darin heißt es unter anderem: „Klimaschutz ist eines der großen Themen, mit dem wir uns auch im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsstrategie aktiv auseinandersetzen. In Deutschland liegen unsere Schwerpunkte auf der Modernisierung unserer Restaurants, einem ressourcenschonenden Einsatz von Energie und einer engen Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Partnern und weiteren Lieferanten mit dem Ziel, Emissionen zu verringern.“

Tim Seibert, Unternehmenssprecher der Franchise-Familie Froitzheim, die mehrere McDonald’s-Filialen in der Region betreibt, weist die Kritik entschieden zurück. „Entgegen dem Eindruck, der durch einzelne Beiträge in den sozialen Medien entstanden ist, wurde kein Schottergarten angelegt. Bei der derzeit sichtbaren Schotterfläche handelt es sich um den Zwischenstand einer laufenden Umgestaltung der Beetflächen im Außenbereich unseres Restaurants“, sagt er auf Anfrage unserer Redaktion.

Dann erklärt er den Grund, warum es aktuell so „kahl“ aussieht. Denn im Rahmen der Bauarbeiten mussten abgestorbene und nicht mehr erhaltungsfähige Zypressengewächse einschließlich ihrer Wurzeln entfernt werden. Dabei handelte es sich um eine über Jahre gewachsene Monokultur, die weder gestalterisch noch ökologisch den Ansprüchen an eine zeitgemäße Bepflanzung entsprach. „Die Rodungsarbeiten mussten aus organisatorischen Gründen noch vor den Sommerferien erfolgen“, so Seibert. Im Anschluss wurde die Fläche zunächst mit Basaltschotter als Zwischenschritt hergestellt. „Die eigentliche Bepflanzung erfolgt bewusst erst im Herbst, da Stauden, Gräser und Ziergehölze dann deutlich bessere Anwuchsbedingungen vorfinden“, erklärt er. Ziel sei es, „eine attraktive und dauerhaft begrünte Außenanlage“ herzustellen. Die neue Bepflanzung werde einen deutlich höheren ökologischen Nutzen bieten. „Sie wird für ein abwechslungsreicheres Erscheinungsbild sorgen und Insekten und anderen Kleintieren künftig deutlich mehr Lebensraum und Nahrungsangebote bieten“, verspricht Seibert.

Er könne allerdings nachvollziehen, dass der aktuelle Zustand bei den Gästen Fragen aufwerfe. „Nach Abschluss der Arbeiten im Herbst werden die Beete wieder vollständig begrünt sein“, sagt er. Um weitere Missverständnisse zu vermeiden, hängen seit dem vergangenen Wochenende Schilder in den Beeten, die auf die Baustelle hinweisen.