Münster (mfm/ajs) – Verhütung, Unfruchtbarkeit, Geburt: Reproduktive Gesundheit umfasst viele Themen und betrifft jeden Menschen. So erlebt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) etwa jede sechste Person im reproduktiven Alter im Laufe ihres Lebens Unfruchtbarkeit. Beteiligte des Forschungsnetzwerks „Reproduction Alliance“ der Universität Münster tauschten sich jetzt zwei Tage lang mit nationalen und internationalen Partnern über Themen wie Verhütung und reproduktive Gesundheit aus.

Gemeinsam mit dem Verein „Better Birth Control“ und der „Male Contraceptive Initiative“ lud die Allianz zunächst zu einem interaktiven Kinoabend ins voll besetzte Schloßtheater ein. Im Mittelpunkt standen zentrale Fragen zur Zukunft der Verhütung: Warum liegt die Verantwortung dafür bis heute überwiegend bei den Frauen? Wie weit ist die Forschung zu neuen Verhütungsmethoden? Und welche Perspektiven gibt es für die Entwicklung einer „Pille für den Mann“? Nach einem Grußwort der Bundestagsabgeordneten Svenja Schulze wurde der Dokumentarfilm „It’s Different for Girls“ gezeigt. Anschließend diskutierten Prof. Timo Strünker und Prof. Michael Zitzmann vom Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie (CeRA), Heather Vahdat von der Male Contraceptive Initiative, Jana Pfenning von Better Birth Control und Mara Scherner von der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung mit dem Publikum über aktuelle Entwicklungen, gesellschaftliche Herausforderungen und neue Ansätze in der Verhütungsforschung. 

Am zweiten Tag der Veranstaltungsreihe begrüßte das CeRA erneut Svenja Schulze, dazu die Bundestagsabgeordnete Dr. Tanja Machalet sowie weitere Expertinnen und Experten. Die Gäste erhielten Einblicke in aktuelle Forschungsaktivitäten am Standort Münster. Dabei ging es vor allem darum, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem Labor in die klinische Anwendung gelangen und so neue Verhütungsmethoden für Männer ermöglichen. Die Gesprächspartner waren sich einig, dass insbesondere ein kontinuierlicher Dialog zwischen Politik, Forschung, Ärztinnen und Ärzten sowie Betroffenen essenziell sei, um die Reproduktionsforschung weiterzuentwickeln und ihre gesellschaftliche Relevanz sichtbar zu machen.