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Ingrid Friederike Collatz stellt eine Ausstellung mit Werken von ihr selbst und aus dem Nachlass von Helmut Beckmann zusammen. © hau
Ingrid Friederike Collatz stellt ab heute ihre Bilder gemeinsam mit Gemälden von Helmut Beckmann aus. Nach dessen Unfalltod 2010 konnte sie fast 14 Jahre nicht mehr malen.
Bad Nauheim – Das Leben schreibt seine eigene Choreografie. Auch für Ingrid Friederike Collatz. Eigentlich hatte sie ein Kunstbuch zum „Walk of Fame“ im Bad Nauheimer Rosengarten fertigstellen und im ESNZ-Showroom präsentieren wollen. Bei der Recherche stolperte die gelernte Übersetzerin über die Lebensgeschichte von Henri de Pène und übersetzte dessen Reisetagebuch „Un mois en Allemagne, Nauheim“ aus dem Jahr 1859 ins Deutsche. Das Buch unter dem Titel „Wenn die Nacht zu den Sternen blickt“ (die WZ berichtete) wird bald erscheinen.
Das Leben schreibt seine eigene Choreografie: Das ist ein frühes Werk von Helmut Beckmann. © hauNach Tragödie kein Malen möglich
Nun hatte Ingrid Collatz aber die Galerie in der Alicestraße schon langfristig für die Präsentation des „Work of Fame“-Kunstbuchs angemietet. Aus der Not machte die vielseitig begabte Künstlerin eine Tugend: Im August wird es eine Ausstellung mit einer Auswahl ihrer Bilder und Gemälden von Helmut Beckmann geben. Dessen höchst interessantes Œuvre aus den Jahren 1979 bis 2010 erbte Ingrid Collatz nach dem Unfalltod ihres langjährigen Freundes, Wegbegleiters und Mentors im Jahr 2010. Nach der Tragödie habe sie fast 14 Jahre nicht mehr malen können, erzählt Ingrid Collatz. Erst durch den Besuch einer Fauvismus-Ausstellung in Basel wurde sie inspiriert, den Pinsel wieder zur Hand zu nehmen. „Nun wird es diese Ausstellung geben, die wir zu Helmuts Lebzeiten schon geplant hatten, und für die unsere gemeinsame Zeit nicht ausgereicht hat.“
Der zuletzt in Frankfurt lebende promovierte Wirtschaftswissenschaftler Helmut Beckmann fing schon als kleines Kind mit dem Malen und Zeichnen an. Collatz: „Sein Können perfektionierte er über viele Jahre an der Städel-Abendschule.“ Die faszinierende Werkschau ist untergruppiert in Porträt, Themen aus der griechischen Mythologie, Akt und Surrealismus.
Ingrid Friederike Collatz fing Feuer im Kunstunterricht an der Bad Nauheimer St.-Lioba-Schule bei Schwester Canisa, die sie als großartige Künstlerin schätzen lernte. „Von ihr habe ich viel gelernt.“ Das Malen begleitete sie ihr Leben lang als Ventil im Alltag.
DJ aus Frankfurt bei Eröffnung
Dazu gehören diverse Kunstkurse, unter anderem an der Sommerakademie in Erfurt (Landschaftsmalerei, Pastell, Ölpastell, Linolschnitt). Den „Durchbruch“ erlebte sie mit der Entdeckung von Gouache-Farben. Ihre Bilder sind stark vom Fauvismus geprägt, von expressiven Pinselstrichen und intensiver Farbigkeit. Collatz’ erster Ausstellung im Jahr 2003 und daraus resultierenden Kunstleasingprojekten folgten zahlreiche Gruppenausstellungen, so auch bei der „inside.art“ des Kunstvereins Bad Nauheim.
Die Vernissage begleitet Hans Romanov musikalisch. Mit dem legendären Klubmacher aus Frankfurt (u. v. a. Ostklub, Yachtclub) ist Ingrid Collatz seit vielen Jahren befreundet und weiß sein professionelles Feingefühl am Plattenteller hoch zu schätzen. So werden die Besucher der Vernissage im ESNZ-Showroom die kunstvolle Essenz auf einer tiefen Ebene erleben und in einen emotionalen Dialog mit der Kunst eintreten können. Ingrid Friederike Collatz freut sich auf einen Austausch mit den Besuchern auch während der Ausstellungszeit.
Vernissage heute
Die Ausstellung „SehenSucht nach Form und Farbe“ mit Werken von Ingrid Friederike Collatz und Helmut Beckmann wird am heutigen Mittwoch, 5. August, um 18 Uhr im ESNZ-Showroom in der Alicestraße 13 eröffnet. Platten fernab vom Mainstream legt der Frankfurter Klubmacher Hans Romanov bei der Vernissage auf. Die Werke sind zu sehen vom 6. bis 29. August immer Mo., Mi., Do. von 15 bis 18 Uhr, Sa. von 10 bis 14 Uhr sowie nach Vereinbarung.