Steinhagen. Steinhagen ist eine Pendler-Gemeinde. Von den etwas mehr als 20.000 Einwohnern verlassen laut Statistischem Landesamt rund 8.000 zum Arbeiten den Ort. Das sind fast 40 Prozent der Steinhagener. Landesweit sind es nur 28 Prozent. Der Hauptarbeitsweg ist dabei der nach Bielefeld.
Und auf der Bielefelder und der Queller Straße wird es dann schon mal voll: Bis zu 3.300 Menschen machen sich regelmäßig morgens auf den Weg in die benachbarte Großstadt, an Platz zwei und drei liegen Gütersloh und Halle mit jeweils etwas mehr als 1.100 Berufspendlern.
Die Queller Straße ist derzeit gesperrt. Dort wird an Wasser- und Stromleitungen gearbeitet, wie die Gemeindewerke auf Anfrage des HK erläutern. Auch auf der Bielefelder Straße sind Bauarbeiten angekündigt. Dort will der Landesstraßenbetrieb Straßen.NRW bald mit der überfälligen Sanierung des Asphalts beginnen. Verkehrsbehinderungen sind unumgänglich.
Die meisten Pendler fahren nach Bielefeld
Die Queller Straße ist wegen Bauarbeiten an den Versorgungsleitungen gesperrt.
| © Tobias Barrelmeyer
Mit den vielen Auspendlern macht die Gemeinde ihrem Ruf als „Schlafstadt“ von Bielefeld alle Ehre. Allerdings ist das für eine Kommune nicht unbedingt etwa Gutes. Denn: Städte und Gemeinden sind finanziell abhängig von starken Unternehmen. Wer viele Einwohner, aber wenige Arbeitnehmer vor Ort hat, ist steuerschwach.
Insofern ist es beruhigend, dass Steinhagen auch in Sachen Einpendler weit überdurchschnittlich unterwegs ist. Immerhin 7.140 Menschen kommen nach Steinhagen zum Arbeiten. Das sind im Vergleich ebenfalls deutlich mehr als im Landesschnitt. Grund dafür sind die wirtschaftsstarken Unternehmen in der Gemeinde, allen voran Tür- und Torhersteller Hörmann. Dazu kommen Pumpenhersteller Pentair Jungpumpen oder die WLS-Spedition, die ebenfalls jeweils mehrere Hundert Menschen beschäftigen.
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Die Pendlerzahlen steigen seit Jahren. Zum Vergleich: 2018 lag Steinhagen noch bei 7.600 Auspendlern. Der Trend zum Pendeln lässt sich bundesweit nachzeichnen, wie das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung ermittelt hat. Einer der Gründe dafür liegt offenbar darin, dass die (zu) hohen Immobilienpreise in den Großstädten immer mehr Leute in die benachbarten Kleinstädte treiben. Dazu kommt, dass karriereorientierte Berufstätige immer öfter ihre Arbeitgeber wechseln.
Steinhagen ist auch als Arbeitsplatz beliebt
Während sich mehr Menschen morgens auf den Weg in die Nachbarstädte machen, ging die Zahl der Einpendler zuletzt zurück. 2024 waren es rund 150 Menschen weniger, als noch 2018. Einer der Gründe dürfte die schwächelnde Wirtschaft sein. Der Auto- und Industrieteilezulieferer Schaeffler reduziert die Arbeitsplätze in seinem Steinhagener Werk seit Jahren. Dort arbeiteten mal mehr als 400 Menschen, zum Jahresende wird der Standort komplett geschlossen.
In vielerlei Hinsicht ist berufliches Pendeln zum Arbeitsplatz keine erstrebenswerte Entwicklung. Allein schon die Auswirkungen auf das Klima sind erheblich. Der größte Teil der Pendler setzt noch immer auf das eigene Auto. Der Verkehrssektor macht rund 20 Prozent der Treibhausgas-Emissionen in Deutschland aus.
Während der Corona-Pandemie verdoppelte sich die Homeoffice-Quote in Deutschland laut Statistischem Bundesamt auf etwa 25 Prozent. Das hat die Straßen deutlich entlastet. Mittlerweile ist die Entwicklung allerdings wieder rückläufig, die Homeoffice-Quote sinkt.
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