Spinnaker2-Prototypen untermn Mikroskop. Foto: Heiko WeckbrodtSpinnaker2-Prototyp unterm Mikroskop. Foto: Heiko Weckbrodt
Zweite Spinnaker-Generation setzt Maßstäbe beim „Tiefen Lernen“ und sparsamen Stromverbrauch

Dresden, 5. August 2026 Mit dem „Spinnaker 2“ haben Mikroelektroniker und Computerexperten aus Sachsen und England nun einen neuromorphen Chip vorgestellt, der Anlernprozesse und Problemlösungen „Künstlicher Intelligenzen“ (KI) im Vergleich zu klassischer Rechentechnik deutlich beschleunigen kann. Das geht aus einem Arbeitspapier der Unis Dresden, Manchester und Leeds sowie weiterer Forschungszentren hervor, für das die Forscher die Leistungskraft der neuen Neuro-Chip-Generation ausgemessen haben. Produziert wird der Schaltkreis, der ähnlich wie die Neuronen im menschlichen Gehirn arbeitet, in der Dresdner Fabrik von Globalfoundries.

„Vom Gehirn inspiriertes Computing“

„Mit Spinnaker2 präsentieren wir einen Chip, der die Lücke zwischen tiefen neuronalen Netzen und neuromorphem Computing schließt“, betonen die Forscher und Ingenieure. Mit einer Leistungsaufnahme unter einem Viertel Watt setze der Schaltkreis auch neue Maßstäbe für den Energieverbrauch von Hochleistungscomputern. Möglich wird dies unter anderem durch die sparsame „22FDX“-Technologie von Globalfoundries, vor allem aber durch die dem Gehirn abgeschaute „Spike“-Technik, die nur die „Neuronen“ aktiviert, die wirklich gerade gebraucht werden. „All dies demonstriert die Leistungsfähigkeit des Chips als universelle Hardwareplattform für skalierbares, vom Gehirn inspiriertes Computing und dessen Kombination mit gängigen Deep-Learning-Ansätzen.“

Dresdner Fab von Globalfoundries stellt Neurochips für die Uni her

Die TU Dresden sowie deren Exzellenzzentrum „Ceti“, das sächsische KI-Forschungszentrum „Scads.AI“ und deren englische Partner arbeiten schon länger mit Globalfoundries Dresden zusammen, um aus bloßen „Reißbrett“-Entwürfen künstlicher Neuronen-Netze auch funktionsfähige Neuro-Chips und -Computer zu bauen. „Wir sind sehr stolz, dass der Chip bei uns gefertigt wird“, betont Jens Drews vom Halbleiter-Auftragsfertiger aus Dresden. Die Kooperationen zwischen Sachsen und Großbritannien in dieser Sparte gehen bis auf das „Human Brain Project“ zurück, das sich seinerzeit den technologischen Nachbau des menschlichen Gehirns zum Ziel gesteckt hatte.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Globalfoundries, Oiger-Archiv, „The SpiNNaker2 chip: a many-core platform for flexible and scalable brain-inspired computing“ von Stefan Scholze, Johannes Partzsch, Sebastian Hoppner u.a.