Was einst ein Stellplatz für vier Autos war, bietet nun Platz für mehr als 30 Fahrräder. An der Zimmerstraße 47 steht die größte Fahrradgarage Wuppertals – bezugsfertig seit wenigen Tagen.
Von der Idee bis zur Fertigstellung hat es 34 Monate gedauert. Über den Weg des Bürgerbudget-Wettbewerbs war die Finanzierung des Projekts zwar nicht erfolgreich. Mit unterstützenden Mitteln der Bezirksvertretung Elberfeld, der Stadtsparkasse Wuppertal und der Stadt Wuppertal konnte man die Kosten von insgesamt rund 70 000 Euro dennoch aufbringen. Die ersten Nutzer konnten die Fahrradgarage nun Anfang August beziehen. Sie bietet Platz für 24 Fahrräder und E-Bikes sowie Stellplätze für acht Lastenräder. Das Dach der Garage ist begrünt, eine kleine Photovoltaikanlage sorgt für den Strom zur Beleuchtung. Zudem sind vor dem Gebäude mit der Holzfassade drei Fahrradbügel aufgestellt.
Der Standort kommt nicht von ungefähr. Zum einen liegt er zentral im Quartier Ölberg, es gibt eine Anbindung an den ÖPNV mit einer Bushaltestelle etwa 40 Meter entfernt, in unmittelbarer Nähe sind der Ölberg-Hub sowie eine Konditorei und eine Töpferstation. Hier reisen viele Menschen mit dem Rad an, die jedoch keine Abstellzonen vorfinden konnten.
Offiziell eröffnet werden soll die Fahrradgarage im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche am 20. September. Dann verwandelt sich die Zimmerstraße für einen Tag zum „Spielzimmer“, mitsamt mobilen Bäumen und Rollrasen auf der Straße, Musik und Tanzvorführungen, Mitmachaktionen für Groß und Klein, Informationsständen zur nachhaltigen Mobilität rund um das Quartier.
„Wir möchten zeigen, wie sich öffentlicher Raum anders nutzen lässt – mit mehr Platz für Menschen, Begegnung, Spiel und Begrünung“, teilt der Verein „Unternehmer/innen für die Nordstadt“ mit, der eng mit der Initiative „Mobiler Ölberg“ verknüpft ist.
Anwohner sind aufgerufen, die Zimmerstraße selbst mit Leben zu füllen. Ob mit Stühlen, Tischen, Kaffee, Kuchen, Spielen, einer kleinen Nachbarschaftsaktion oder ganz eigenen Ideen. Wer Interesse hat, meldet sich bitte per E-Mail unter [email protected]. Auch wer Interesse an einem dauerhaften Stellplatz hat, kann sich unter der Adresse melden. Für Räder und E-Bikes kostet dieser 12 Euro im Monat, für Lastenräder 15 Euro. Zwei Stellplätze für Lastenräder und zwei für normale Fahrräder oder E-Bikes sind Stand Mittwoch noch frei.
Auch mit dabei sind Vertreterinnen und Vertreter von ADFC, Stadt Wuppertal, Wuppertal Institut, Verbraucherzentrale, Neue Effizienz, Fahrradreparatur, Nachbarschaftsheim am Platz der Republik, Katholische Grundschule Hombüchel, der Verein Knicklicht, Pina Bausch Zentrum, Fienchen, Pina und Emil sowie Bezirksbürgermeister Soufian Goudi.
Für den Verein „Unternehmer/innen für die Nordstadt“ und den „Mobilen Ölberg“ ist die neue Fahrradgarage ein deutliches Zeichen für eine Verkehrswende im Quartier – und eine von mehreren Mobilstationen in der Nordstadt.