Steinerne Warnung

Ab diesen Pegelständen tauchen Dresdens acht Hungersteine auf

05.08.2026 – 20:00 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Hungersteine an der Augustusbrücke gegenüber der Altstadt in Dresden: Sie tauchen nur bei extremen Niedrigwasser auf.Vergrößern des Bildes

Die Hungersteine an der Augustusbrücke gegenüber der Altstadt in Dresden: Sie tauchen nur bei Niedrigwasser auf. (Quelle: Volker Hohlfeld/imago-images-bilder)

Sie liegen fast immer unsichtbar auf dem Grund der Elbe – kommen sie zum Vorschein, ist das kein gutes Zeichen. Von Pillnitz bis Cotta erzählen gravierte Felsen von den größten Dürren der Stadtgeschichte.

Der Name ist wörtlich gemeint. Denn in früheren Jahrhunderten bedeutete eine Dürre auch eine schlechte Ernte und meist Hunger. Der Wassermangel schädigte den Schiffsverkehr, die Flößerei, den Fischfang und die Landwirtschaft, und die Menschen litten Not. Vermutlich waren es vor allem Steinmetze aus den Steinbrüchen der Region, die die Warnungen in den Fels meißelten.

Frühere Generationen meißelten deshalb Jahreszahlen in die Felsen – als Warnung an die Nachwelt. Der berühmteste Hungerstein liegt flussaufwärts im tschechischen Děčín. Er hält elf Niedrigwasserstände zwischen 1616 und 1911 fest und trägt die Inschrift: „Wenn du mich siehst, dann weine.“

Die Dresdner Hungersteine tragen historische Marken. Am Fuße der westlichen Sphinx an der Freitreppe von Schloss Pillnitz sind Niedrigwasserstände von 1873, 1904 und 2003 eingraviert – knapp neun Meter unter dem Höchststand des Jahrhunderthochwassers von 2002. Der Laubegaster Stein verzeichnet die Jahre 1881, 1892, 1893 und 2003.