Der als progressiv geltende Demokrat Abdul El-Sayed hat sich im Bundesstaat Michigan in einer viel beachteten parteiinternen Vorwahl für einen Sitz im US-Senat durchgesetzt. Der Mediziner gewann gegen die dem moderaten Lager zugeordnete Kongressabgeordnete Haley Stevens, wie US-Medien übereinstimmend prognostizierten. Stevens räumte ihre Niederlage bereits ein.
Bei der Wahl in Michigan ging es darum, wer für die Demokraten bei den
Kongresswahlen am 3. November für einen Senatsposten in Washington
kandidieren kann. El-Sayed rief die Demokraten auf, geschlossen gegen den »historisch korrupten« US-Präsidenten Donald Trump und die Republikaner zu kämpfen. Trump nannte El-Sayed einen »kommunistischen Loser«.
Der Epidemiologe El-Sayed, dessen Familie aus Ägypten stammt, wirbt für ein Ende der US-Hilfen für Israel, eine Krankenversicherung für alle Bürgerinnen und Bürger und die Abschaffung der umstrittenen Einwanderungsbehörde ICE. Der 41-Jährige wurde von bekannten Politikern wie Bernie Sanders und Alexandria Ocasio-Cortez unterstützt.
US-Demokraten hoffen auf Mehrheiten
Die unterlegene Stevens wurde von der aktuellen Gouverneurin von Michigan, Gretchen Whitmer, sowie dem demokratischen Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer unterstützt.
Zudem erhielt Stevens im Wahlkampf gegen El-Sayed Millionenspenden von der proisraelischen Lobbygruppe AIPAC.
Bei den Zwischenwahlen zum Kongress in der Mitte von Trumps zweiter Amtszeit
wollen die Demokraten Mehrheiten im Repräsentantenhaus und im Senat gewinnen. Im Senat müssten sie ihren Posten in
Michigan verteidigen und anderswo vier von Republikanern gehaltene Sitze
dazugewinnen. Der bisherige demokratische Senator von Michigan, Gary Peters,
scheidet im Januar aus dem Amt.
El-Sayed tritt am 3. November gegen den Republikaner Mike Rogers an.
Sollte der linksgerichtete Demokrat gewinnen, wäre er der erste muslimische
Senator der US-Geschichte. In bisherigen Umfragen schnitt El-Sayed gegen Rogers
allerdings deutlich schlechter ab als Stevens. Trump nannte den Vorwahlerfolg El-Sayeds deshalb eine »großartige Nachricht
für die Republikanische Partei«.
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