Berlin – Irgendetwas ist hier doch nicht gut so, oder? Falsche Partei! Falsches Gesicht! In Berlin macht die CDU Wahlkampf mit einem SPD-Spruch. „Und das ist auch gut so“ , haute der damalige Sozi-Spitzenkandidat Klaus Wowereit (heute 72) raus, nachdem er sich als erster prominenter Politiker auf einem Parteitag als schwul geoutet hatte. 25 Jahre ist das her.

Adoptiert hat den Spruch jetzt CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers (46). Er will bei der Berlin-Wahl (20. September) dem bisherigen Amtsinhaber Kai Wegner (53, CDU) ins Rote Rathaus nachfolgen. Wowereit verließ den Chefsessel dort schon im Jahr 2014.

Als XXL-Version hängt das Wahlplakat neuerdings an der CDU-Bundeszentrale mitten in Berlin. Eigentlich hätte Evers auch die erste Hälfte des berühmten Satzes mit Wowereit gemein – das Bekenntnis „Ich bin schwul“. Er ist mit seinem Mann verheiratet. Aber da wählte der derzeitige Finanzsenator der Hauptstadt lieber die Aussage: „Ich bin konservativ“!

Wowereit wurde nicht gefragt

Und was sagt Wowereit zum Sprüche-Klau durch die Konkurrenz? „Natürlich hat vorher keiner gefragt. Ist ja auch nicht geschützt, kann jeder verwenden“, so der Ex-Regierende Bürgermeister zu B.Z. Eine Verwechslung hält er ohnehin für ausgeschlossen: „Ich stehe ja für eine progressive Politik.“ Übrigens hatte auch er den Satz halb geklaut: Sein Vorgänger Klaus Schütz (†2012), der zwischen 1967 und 1977 Regierender Bürgermeister von Berlin war, hatte einmal scherzhaft über sich gesagt hatte: „Ich bin Klaus Schütz, und das ist gut so.“

Haben Sie einen Fehler in diesem Artikel entdeckt? Dann schreiben Sie uns gern: fehler.melden@bz.de.