Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Putin reagiert auf ukrainische Angriffe: Umbau im Hinterland

Von S. Cleven, J. Seiferth, F. Michalski, C. Siemer, A. Janzen, C. Cöln, T. Wanhoff, M. Küper, J. Hartung, M. Kloft, J. Fischer

Aktualisiert am 05.08.2026 – 23:57 UhrLesedauer: 10 Min.

Der russische Präsident Wladmir Putin: Er hat einen neuen Verantworlichen für die Militärlogistik ernannt. (Archivbild)Vergrößern des Bildes

Der russische Präsident Wladmir Putin: Er hat einen neuen Verantworlichen für die Militärlogistik ernannt. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/Mikhail Metzel/Russian Governmen/imago)

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Nahe Jekaterinburg explodiert eine Autobombe. Putin reagiert auf ukrainische Angriffe auf Nachschublinien. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Putin baut Militärstruktur im Hinterland um

Der russische Präsident Wladimir Putin bündelt die Militär-Logistik hinter der Frontlinie nun in einer Hand. Er hat am Mittwoch Waleri Solodschuk zum Chef der rückwärtigen Dienste ernannt. Putin reagiert damit auf die ukrainischen Angriffe auf den russischen Nachschub weit in russischem Gebiet. Er sprach von einer „Kampfaufgabe“. Der Präsident kündigte auch weitere Umstrukturierungen in den russischen Streitkräften an. Der stellvertretende Verteidigungsminister Alexander Sanchik soll jetzt für die Anschaffung von Waffen und Nachschub verantwortlich sein. Außerdem wechselte er einige Kommandeure an der Front aus.

Russland zerstört ukrainisches Liqui-Moly-Zentrallager

Russland hat in der Nacht das zentrale Lager von Liqui Moly Ukraine durch einen Raketenangriff zerstört. Liqui Moly ist ein deutsches Unternehmen aus Ulm, dessen Schmierstoffe, technische Flüssigkeiten und Additive ausschließlich in Deutschland produziert und in über 150 Ländern vertrieben werden. Trotz der massiven Sachschäden erklärte die ukrainische Landesgesellschaft, der Angriff habe zwar Tonnen von Produkten vernichtet, alle Mitarbeiter seien aber unverletzt geblieben.

Mercedes explodiert: Chef von Drohnenfirma auf Intensivstation

Bei der Explosion einer Autobombe in der Nähe der russischen Stadt Jekaterinburg ist der Chef eines Drohnen-Herstellers schwer verletzt und sein Fahrer getötet worden. Wladimir Tkatschuk, Leiter des Unternehmens Uraldronzavod, liege auf der Intensivstation, meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf einen Insider bei den Rettungsdiensten. Der Angriff auf seinen Mercedes ereignete sich Medienberichten zufolge bereits am Dienstag, wurde aber erst einen Tag später bekannt.

Tkatschuks Firma stellt sogenannte Vampir-Drohnen her. Diese werden von einem Piloten über eine Videobrille mit Echtzeitübertragung gesteuert und von den russischen Streitkräften im Krieg gegen die Ukraine in großem Umfang eingesetzt. Es handelt sich um das zweite Attentat auf einen russischen Drohnenentwickler innerhalb einer Woche. Russland macht die Ukraine regelmäßig für derartige Anschläge auf hochrangige Militär- und Rüstungsvertreter verantwortlich. Eine Stellungnahme aus Kiew zu dem Vorfall lag zunächst nicht vor.

Luftwaffe: Ukraine konnte bei nächtlichem russischem Angriff keine einzige Rakete abfangen

Bei dem russischen Angriff auf die Region Kiew in der Nacht zu Mittwoch mit mindestens 15 Toten konnte die ukrainische Armee nach eigenen Angaben keine einzige Rakete abfangen. Die russische Armee habe die Ukraine mit 98 Drohnen und 28 Raketen angegriffen, nur die Drohnen seien abgefangen worden, erklärte die Luftwaffe am Mittwoch. Kiew klagt seit Längerem über einen Mangel an Abwehrraketen für die Luftverteidigung.

Gouverneur: Lager des Onlinehändlers Wildberries brennt in Tula

In der russischen Region Tula ist nach Angaben des Gouverneurs bei einem ukrainischen Drohnenangriff ein Logistikzentrum des Onlinehändlers Wildberries in Brand geraten. Ein Mensch sei verletzt worden, teilte Dmitri Miljajew auf Telegram mit. Der russische Marktführer Wildberries bestätigte den Angriff auf Telegram. Die Beschäftigten seien in Sicherheit gebracht worden, die Lieferströme würden umgeleitet. Die ukrainischen Streitkräfte haben seit Mitte Juli mehr als ein Dutzend Anlagen von Wildberries mit Drohnen angegriffen und zum Teil erheblich beschädigt. Miljajew zufolge wurden zudem zwei Industrieanlagen in der Stadt Nowomoskowsk und im Gebiet Uslowaja sowie zwei Wohnhäuser in einem anderen Teil der Region Tula beschädigt.