
Stand: 05.08.2026 11:39 Uhr
Am Steller See im Landkreis Harburg sind Angelschnüre drei Wildvögeln zum Verhängnis geworden. Spaziergänger entdeckten die darin verfangenen, inzwischen toten Tiere. Im Naturschutzgebiet herrscht Angelverbot.
Verheddert in Angelschnüre fanden die Passanten eine tote Lachmöwe, einen Graureiher und an einer weiteren Stelle einen schon vor etwas längerer Zeit verendeten Kormoran auf, wie der Landkreis Harburg am Mittwoch mitteilte. „Wir können davon ausgehen, dass sich die Vögel elendig erhängt haben, nachdem sie zuvor stunden- oder sogar tagelang versucht haben, sich noch aus den Schnüren zu befreien“, sagt Gitta Baeuerle von der Abteilung Umwelt des Landkreises. Baeuerle und ihre Kollegen fuhren in der vergangenen Woche mit dem Boot auf den See, um die toten Vögel einzusammeln. „Es kann immer passieren, dass andere Vögel von der vermeintlich leichten Beute angelockt werden und sich dann ebenfalls in der Schnur verheddern“, erklärt Baeuerle. Sie vermutet, dass dies im Falle des Graureihers passiert sein könnte.
Angeln, Baden, Grillen und Zelten untersagt
Am Steller See, der in einem Naturschutzgebiet liegt, herrscht nach Angaben des Landkreises grundsätzlich Angelverbot. Um Flora und Fauna zu schützen, sei auch Baden, Grillen oder Zelten untersagt. Der Landkreis Harburg bittet Besucherinnen und Besucher des Naturschutzgebietes, die Verhaltensregeln einzuhalten. Zudem appelliert Gitta Baeuerle vom Landkreis, auch außerhalb von Schutzgebieten Verpackungsmüll, leere Flaschen und andere Abfälle nie einfach achtlos wegzuwerfen, sondern zum nächsten Mülleimer zubringen.
Polizei leitet keine Ermittlungen ein
Auf Nachfrage sagte ein Sprecher der Polizei, dass keine Anzeige erstattet worden sei. Dies sei vom Landkreis nicht als zielführend erachtet worden, heißt es. Stattdessen will der Landkreis laut Polizei die Bereiche verstärkt mit sogenannten Rangern kontrollieren.