Für die geplante Erweiterung des Berliner Dienstsitzes des Bundesministeriums der Verteidigung ist die Entscheidung gefallen. Nach einem mehrstufigen Verfahren erhält das Berliner Architekturbüro Sauerbruch Hutton gemeinsam mit ST raum a Landschaftsarchitekten den Zuschlag für die Weiterentwicklung des Bendlerblocks.
Zwei konkav geformte Baukörper fassen künftig den zentralen Platzbereich des Ministeriums ein und ergänzen den historischen Bestand. / © sauerbruch hutton ges. v. arch. mbH mit ST raum a Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH
© Titelbild: sauerbruch hutton ges. v. arch. mbH mit ST raum a Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH
Mit der geplanten Erweiterung des Bendlerblocks in Berlin-Tiergarten ist ein weiterer Schritt für eines der bedeutendsten Bundesbauprojekte der kommenden Jahre getan. Nach Abschluss des Verhandlungsverfahrens steht fest, dass das Berliner Architekturbüro Sauerbruch Hutton gemeinsam mit ST raum a Landschaftsarchitekten den Auftrag zur Weiterentwicklung des Dienstsitzes des Bundesministeriums der Verteidigung erhält. Zuvor hatte sich die Bürogemeinschaft bereits im Wettbewerbsverfahren einen ersten Preis gesichert.
Der bestehende Verwaltungskomplex am Reichpietschufer und an der Hildebrandstraße soll durch Neubauten ergänzt und städtebaulich neu geordnet werden. Ziel ist es, den Standort funktional weiterzuentwickeln und gleichzeitig hohe Anforderungen an Sicherheit, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz zu erfüllen.
Bendlerblock: Entscheidung nach Überarbeitung der Siegerentwürfe
Bereits im Dezember 2025 hatte die Jury zwei gleichrangige erste Preise vergeben. Neben Sauerbruch Hutton mit ST raum a Landschaftsarchitekten wurde auch das Architekturbüro Henn gemeinsam mit SINAI Landschaftsarchitekten ausgezeichnet. Beide Planungsteams waren anschließend aufgefordert worden, ihre Entwürfe zu überarbeiten.
Hintergrund waren die komplexen Anforderungen an den künftigen Regierungssitz, insbesondere hinsichtlich Sicherheitskonzept, Funktionalität und Einbindung in den denkmalgeschützten Bestand. Nach Abschluss dieses Verhandlungsverfahrens fiel die Wahl nun auf den Entwurf von Sauerbruch Hutton.
Mit der Erweiterung soll der Dienstsitz des Bundesministeriums der Verteidigung funktional ergänzt und städtebaulich weiterentwickelt werden. / © sauerbruch hutton ges. v. arch. mbH mit ST raum a Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH
Kreisförmiges Grundrissmotiv: Neue Raumordnung rund um den Paradeplatz
Der Entwurf sieht eine Neuordnung der städtebaulichen Struktur des Areals vor. Künftig soll der Paradeplatz mittig zwischen der Staatsgästetreppe und dem Ehrenmal der Bundeswehr liegen. Zwei konkav geformte Baukörper im Norden und Süden fassen diesen zentralen Freiraum ein und greifen dabei gemeinsame architektonische sowie konstruktive Gestaltungselemente auf.
Prägendes Merkmal des Entwurfs ist ein kreisförmiges Grundrissmotiv, das sich in unterschiedlichen Innenhofsituationen wiederfindet. Neben der architektonischen Gestaltung spielen ressourcenschonendes Bauen, energieeffiziente Gebäudekonzepte und nachhaltige Freiraumplanung eine zentrale Rolle.
Sieben Planungsteams beteiligten sich am Wettbewerb
Dem Vergabeverfahren war ein nichtoffener, interdisziplinärer und anonym durchgeführter Planungswettbewerb vorausgegangen. Insgesamt nahmen sieben Bewerbergemeinschaften aus Architektur- und Landschaftsarchitekturbüros teil. Neben den beiden ersten Preisen wurden ein dritter Preis sowie eine Anerkennung vergeben.
Mit der Vergabe des Planungsauftrags ist nun die Grundlage für die weitere Ausarbeitung des Projekts geschaffen. Die Erweiterung des Bendlerblocks zählt zu den größten Bundesbauvorhaben in Berlin und soll den historischen Verwaltungsstandort langfristig an die Anforderungen eines modernen Ministeriums anpassen.
Die Planung sieht eine klare Gliederung der Neubauten sowie neu gestaltete Freiflächen auf dem Gelände des Ministeriums vor. / © sauerbruch hutton ges. v. arch. mbH mit ST raum a Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH
Quellen: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Bundesministerium für Verteidigung, Wikipedia


