(msc) Das Tönisvorster Hilfswerk Action Medeor und die Johanniter kombinieren in einem gemeinsamen Projekt akute medizinische Hilfe mit dem gezielten Ausbau lokaler Gesundheitsstrukturen in der Ukraine. Schwerpunkte seien der Zugang zu medizinischer Grund- und Notfallversorgung, die Vorbereitung von Krankenhäusern und Rettungsdiensten auf Großschadenslagen sowie die Stärkung von Notfallkommunikation und Leitstellen, teilen die beiden Organisationen mit.
„Mehr als vier Jahre nach Beginn des Krieges bleibt der Zugang zur Gesundheitsversorgung für Millionen von Menschen in der Ukraine stark eingeschränkt. Wiederholte Angriffe auf Krankenhäuser und zivile Infrastruktur, die hohe Zahl an Verletzten sowie die anhaltende Belastung des Gesundheitspersonals erschweren die medizinische Versorgung – insbesondere in den Regionen nahe der Frontlinie“, so die Johanniter und Action Medeor. Durch das gemeinsame Projekt erhielten Gesundheitseinrichtungen medizinische Ausrüstung und dringend benötigte Materialien, damit ihre Einsatzfähigkeit auch unter schwierigen Bedingungen erhalten bleibe.
„Tag für Tag leisten ukrainische Gesundheitskräfte lebensrettende Hilfe – trotz Luftangriffen, beschädigter Infrastruktur und enormer persönlicher Belastung. Gemeinsam mit unseren Partnern Eleos Ukraine, 100% Life und UK-Med stärken wir lokale Gesundheitsstrukturen, damit Menschen weiterhin Zugang zu notwendiger medizinischer Versorgung erhalten. Dazu gehören unter anderem Trainings für medizinische Teams in Trauma- und Massenanfall-Versorgung, die Ausstattung von Krankenhäusern und Rettungsdiensten sowie mobile medizinische Angebote, die Versorgung auch dann sicherstellen, wenn Einrichtungen beschädigt oder überlastet sind“, sagt Tim Bray, Landesdirektor der Johanniter für die Ukraine.
Die Johanniter haben die Leitung des Konsortiums übernommen. Finanziert wird das Projekt durch das Auswärtige Amt und Spenden an Aktion Deutschland Hilft. Ein Schwerpunkt des Projekts seien Medikamentenlieferungen und die mobile medizinische Versorgung von Menschen in frontnahen und schwer erreichbaren Gebieten. Dieser Projektbaustein wird innerhalb des Konsortiums von Action Medeor aus Tönisvorst umgesetzt. „Gemeinsam mit unseren Partnern Intersos und Mission Kharkiv werden wir ein Netz von mobilen Kliniken aufbauen – von Cherson im Süden bis nach Sumy im Norden –, um Menschen nahe der Front medizinisch zu versorgen“, erläutert Max Hoßfeld, Ukraine-Referent bei Action Medeor. „Die Behandlung chronischer Erkrankungen und spezialisierte Dienste, etwa zur Therapie von Krebspatientinnen und -patienten, werden dabei im Vordergrund stehen.“