Begonnen hat Gabriele Berblinger in den Bergdörfern von Karlsruhe mit einer kleinen Müllinitiative. Auslöser war vor allem eines: die Menge an Zigarettenüberresten. Erschrocken darüber wandte sie sich an die Offene Jugendwerkstatt Karlsruhe. Denn neben dem Plastik, das in den Stummeln enthalten ist, gelangen durch das unbekümmerte Wegschmeißen der Zigarettenreste rund 7.000 verschiedene weitere Gifte in die Umwelt.

City Cleaners Germany -Karlsruhe nach Das Fest 2026.

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Foto: G. Berblinger

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Foto: G. Berblinger

Neue Mülleimer-Lösung für Zigarettenüberreste

„Bei der offenen Jugendwerkstatt war der damalige Leiter ein Kunststoffexperte mit Anstellung beim Fraunhofer-Institut“, sagt Berblinger im gemeinsamen Gespräch mit der Redaktion am 3. August. „Mit ihm zusammen haben wir schließlich nach Lösungen gesucht.“ Berblinger gründete Ende 2023 die Gruppe City Cleaners Germany – Karlsruhe.

Die City Cleaners Germany aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis hätten sich bereits Tennisballdosen zu eigen gemacht – als Mülleimer für Zigaretten in der Natur. „Wir haben diese Idee dann verfeinert“, so Berblinger.

Zigarettenstummel. ()Archivbild)

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Foto: Clara Margais/dpa

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Foto: Clara Margais/dpa

Warum die Behälter wasserdicht sein müssen

Dabei sei ein Punkt entscheidend: „Die Behältnisse müssen insbesondere wasserdicht sein.“ Denn schon bei Regen würden Gifte aus den Zigaretten in die Natur ausgeschwemmt.

100 Behälter bei „Das Fest“ – und trotzdem viel Müll

2026 habe die Gruppe schließlich rund 100 der Behälter bei Das Fest aufgehängt – und diese seien auch gut angenommen worden. Gleichzeitig beobachte die Gruppe einen Trend, der ihr Sorgen macht: „Es zeigt sich leider auch, dass das Wegschnipsen von Zigaretten so eine Art Lifestyle angenommen hat“, sagt Berblinger.

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Foto: G. Berblinger

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Foto: G. Berblinger

Darum machte sich die Gruppe, bestehend aus 13 Umweltschützern, im Nachgang zum Festival auf den Weg: Bei 37 Grad sammelten sie in der Günther-Klotz-Anlage Kleinplastik und Kleinmüll, neben Zigarettenstummeln auch Kronkorken, Bonbonpapiere, Gummiringe und Dosenverschlüsse.

Das Ergebnis der Sammelaktion

Zusammengekommen seien:

  • rund drei Fünf-Liter-Eimer allein an Zigarettenresten,
  • zwei riesige Drecksäcke mit sonstigem Kleinmüll,
  • sowie ein kleiner Müllsack mit zurückgelassenen Pfandflaschen.

„Die Tendenz geht nach unten“

Berblinger zieht dennoch ein positives Resümee: „Tatsächlich erleben wir, dass die Tendenz an zurückgelassenem Müll bei Das Fest nach unten geht.“ Neben den Sammelaktionen engagiert sich die Gruppe stark in der Bewusstseinsbildung – und das scheine zu wirken. „Das Bewusstsein in Karlsruhe verändert sich langsam hin zum Positiven“, sagt sie.

Aschenbecher. (Symbolbild)

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Aschenbecher. (Symbolbild)
Foto: Hannes P Albert/dpa

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Aschenbecher. (Symbolbild)
Foto: Hannes P Albert/dpa

Weiter erlebe die Gruppe immer mehr Aufmerksamkeit für ihre Arbeit. Die nächste größere Sammlung werde laut Berblinger voraussichtlich eine gemeinsame Aktion mit dem Klinikum Karlsruhe sein.

Weitere Informationen

Aktuelle Informationen für Interessierte gibt es regelmäßig via Instagram und Facebook, sowie bei der Mitmach-Plattform Kippenhelden.