Eine tote Asiatische Tigermücke.

Stand: 06.08.2026 12:20 Uhr

In Hannover haben Mitarbeiter des Niedersächsischen Landesgesundheitsamts (NLGA) erstmals eine Brutstätte der Asiatischen Tigermücke identifiziert. Eine erhöhte gesundheitliche Gefahr bestehe aktuell nicht.

Bisher waren laut NLGA nur einzelne Tiere der invasiven Art in Niedersachsen gesichtet worden. Auf die Population in einem Wohngebiet im hannoverschen Stadtteil Döhren wurde das Landesgesundheitsamt demnach im Rahmen des Mückenmonitorings aufmerksam: Dabei ist die Bevölkerung dazu aufgerufen, verdächtige Mücken-Exemplare oder Fotos von solchen Mücken einzusenden. Aufgrund eines eindeutigen Fotos habe eine Mitarbeiterin des NLGA den Fundort besichtigt und die Tigermücken-Population in einer Regentonne festgestellt.

Tigermücken tragen bislang keine Erreger

„Durch die Tigermücke allein besteht noch keine erhöhte gesundheitliche Gefahr“, sagte Sonja Wolken, Parasitologin am NLGA. „Denn aktuell sind die in Deutschland vorkommenden Tigermücken nicht mit Erregern infiziert.“ Stechen sie jedoch Reiserückkehrer, die tropische Krankheiten wie Dengue- oder Zikaviren in sich tragen, könnten die Mücken diese auf Menschen übertragen, die Deutschland nie verlassen haben. Je mehr Tigermücken hierzulande vorhanden sind, desto größer werde die Wahrscheinlichkeit. Deshalb appelliert das NLGA an die Bevölkerung, „es der Mücke so schwer wie möglich zu machen – auch wenn sich die Ausbreitung aufgrund des Klimawandels langfristig wohl kaum aufhalten lässt.“

Mücke könnte sich bereits ausgebreitet haben

Sonja Wolken, Parasitologin am NLGA, beim Aufbau einer Mückenfalle

Das NLGA baut Mückenfallen auf, um eine mögliche Ausbreitung der Tigermücke zu erfassen.

Wie genau die invasive Art nach Hannover gelangt ist, sei unbekannt. Möglicherweise sei die Einschleppung über Waren- oder Personenverkehr erfolgt. Laut NLGA reicht der Tigermücke bereits eine kleine Ansammlung von Wasser, um Eier abzulegen und sich fortzupflanzen. Es sei daher nicht auszuschließen, dass sich die Mücke in der Umgebung der Brutstätte in Hannover bereits ausgebreitet hat. Um das zu erfassen, hat das NLGA Mückenfallen aufgestellt und begonnen, Anwohnerinnen und Anwohner aufzuklären.

Weitere Ausbreitung verhindern: Das sollten Gartenbesitzer tun

Das Landesgesundheitsamt appelliert an Gartenbesitzerinnen und -besitzer, unnötige Wasseransammlungen in Gefäßen wie Gießkannen, Eimern oder Pflanzenuntersetzern zu vermeiden. Selbst kleinste Wasseransammlungen werden von der Tigermücke genutzt, heißt es. Vogeltränken und andere geplante Wasserreservoirs sollten einmal wöchentlich gereinigt werden.

Mücken in einem Glas-Gefäß.

Mancherorts gibt es Hinweise, dass es diese aggressive Mückenart dort schon gibt. Die Fallen sollen Klarheit bringen.

Die Tigermücke: klein, invasiv, lästig

Bei der Tigermücke handelt es sich um eine schwarze und mit fünf Millimetern vergleichsweise kleine Mücke. Die Beine sind schwarz-weiß gestreift, was sich allerdings nur aus der Nähe und bei guten Lichtverhältnissen erkennen lässt. Die tagaktive, aggressive Art ist laut NLGA ausgesprochen lästig, sie mache Aufenthalte im Freien fast unmöglich. Häufig wird die Tigermücke mit der Ringelmücke verwechselt. Diese sehr große, bräunliche Mücke besitzt deutlich erkennbare, braun-weiß geringelte Beine. Wer verdächtige Mücken findet, kann diese zur Identifizierung an das NLGA schicken. Nach Möglichkeit sollte vorab ein Foto per E-Mail an vektormonitoring@nlga.niedersachsen.de eingereicht werden, heißt es vom Landesgesundheitsamt.

Weibliche Mücke sticht einen Menschen.

Weil es zu trocken ist, vermehren sich die Insekten nicht so stark, wie es Experten des Friedrich-Loeffler-Instituts auf Riems erwartet haben.

Gemeine Hausmücke (Culex pipiens) sitzt auf einer Fingerkuppe.

„Mückenatlas“

Nicht eingeschleppte Mücken-Arten wie die Tigermücke sind das größte Risiko, sondern heimische Stechmücken wie die Gemeine Hausmücke. Sie übertragen gefährliche Erreger wie das West-Nil-Virus auch in Mitteldeutschland.

Eine weibliche Asiatische Tigermücke

Einzelne Exemplare der Mückenart wurden bereits in Niedersachsen gesichtet. Das Landesgesundheitsamt will die Ausbreitung verhindern.

Eine Mücke in Nahaufmahme im Gegenlicht.

Mücken profitieren vom Klimawandel: Milde Winter und nasse Sommer sind ideal für die Vermehrung der lästigen Insekten.

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