Ruhig und grün: Vorteilhafte Lage
Das neue Stadthaus ersetzt heute ein bestehendes Gebäude auf einem rund 12 mal 18 Meter großen, nach Osten ausgerichteten Grundstück. In dem dicht bebauten, städtischen Umfeld bietet der Standort einen seltenen Vorteil: Das Haus grenzt auf der Rückseite an eine Kirche. Das verleiht dem Ort eine außergewöhnlich ruhige Atmosphäre. Das Ziel war es, ein warmes und funktionales Zuhause mit vier Schlafzimmern, einem Garten, gemeinschaftlichen Wohnbereichen und einer multifunktionalen Terrasse zu schaffen. Dabei sollte all das zum geselligen Beisammensein einladen wie auch zur Erholung und Entspannung.
Die Architektur spielt bewusst mit unterschiedlichen Proportionen an der Fassade und erzeugt auf diese Weise einen spannenden Look. Der Eingangsbereich greift dieses Gestaltungskonzept ebenfalls auf: Eine rustikale, von Handwerker:innen präzise errichtete Steinmauer verleiht ihm eine ausdrucksstarke Optik. Mit ihrer abgerundeten Form schafft sie einen sanften Übergang zwischen Innen und Außen.

Die Atmosphäre Südindiens ist im gesamten Interieur spürbar.
© Studio f/8 – Mr. Dinesh
Traditionelle Baumaterialien, wie Holz, Keramik und Laterit, kamen in beinahe jedem Raum zum Einsatz.
© Studio f/8 – Mr. DineshSo greift das Stadthaus indische Traditionen auf – wie die Vastu-Shastra-Philosophie
Das Wohnzimmer im Inneren des Stadthauses ist als eine Art Rückzugsort konzipiert, das an einen kleinen privaten Garten sowie einen traditionellen Puja-Raum angrenzt (solche Räume werden im Hinduismus für Gebete und Rituale genutzt). Genau das verleiht dem Interior eine wichtige kulturelle Komponente, die vom sogenannten „Vastu Shastra“ geprägt ist – einer traditionellen indischen Architekturlehre, die darauf abzielt, die fünf Naturelemente (Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum) ins Gleichgewicht zu bringen, um Harmonie und Wohlbefinden im Raum zu fördern.