Bielefeld-Stieghorst. Zugegeben, die vielen Baustellen in Bielefeld nerven gewaltig. Aber letztendlich sind sie eben eine Investition in die Infrastruktur und damit in die Zukunft der Stadt. Das sah am Mittwochvormittag, 5. August, ein 63-jähriger Anwohner der Baustelle an der Detmolder Straße in Stieghorst völlig anders. Sein Missfallen unterstrich er mit einer Waffe, die er auf die Bauarbeiter richtete.

Auf der Detmolder Straße wird zwischen Breslauer Straße und Otto-Brenner-Straße seit dem dem 20. Juli in vier Bauabschnitten die Fahrbahndecke saniert. Das werde die gesamten Ferien und vielleicht auch etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen, heißt es vom Amt für Verkehr. Der Verkehr wird jeweils auf der gegenüberliegenden Straßenseite geführt. Es gehe zwar nur um Asphaltarbeiten, dennoch ist der Eingriff erheblich: Etwa zehn bis zwölf Zentimeter Asphalt werden abgetragen und erneuert. Die Arbeiten seien nötig, weil sonst der Ausfall der gesamten Straße drohe.

So begannen am Mittwoch fünf Bauarbeiter gegen 10 Uhr auf der Detmolder Straße zwischen der Osterfeld- und Wasserstraße, eine Baustelle aufzubauen. Als ein Bewohner eines Hauses sich wenig später über die Baustelle beschwerte, eskalierte das
Gespräch nach Polizeiangaben in einen heftigen Streit. Ein anderer Mann öffnete laut Polizei anschließend ein Fenster des Gebäudes, hielt eine Schusswaffe hinaus, beleidigte und
bedrohte die Arbeiter aus Spenge (53 und 29 Jahre alt), Herford (18 und 34) und Bielefeld (20). Daraufhin riefen die bedrohten Männer die Polizei.

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Polizei sperrt Detmolder Straße stadtauswärts

Die Beamten sperrten kurzfristig die Detmolder Straße stadtauswärts im Bereich der Osterfeldstraße mit Streifenwagen. Weitere Kollegen nahmen sich den 63-jährigen Waffennarr vor. Der hatte inzwischen unbewaffnet das Gebäude verlassen und konnte vorläufig festgenommen werden.

In seiner Wohnung fanden die Polizisten zwei Langwaffen und sonstiges Waffenzubehör. Es bestehe der Verdacht, dass ein Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vorliege. Unter Kriegswaffen fallen automatische Handfeuerwaffen wie Sturm- oder Maschinengewehre. Zur weiteren Prüfung wurden die Gegenstände sichergestellt. Polizisten brachten den 63-Jährigen zur Dienstelle, die er nach den erfolgten polizeilichen Maßnahmen wieder verlassen konnte.

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