Wuppertals Kliniken entwickeln ihre Standorte weiter. Aktuell investieren die großen Kliniken im Stadtgebiet jeweils mehrere 100 000 Euro in ihre Weiterentwicklung. Ein Überblick.
Das Agaplesion Bethesda Krankenhaus investiert aktuell in den „Ausbau zukunftsweisender medizinischer Angebote“, aber auch in eine klimafeste Modernisierung seines Gebäudebestands“, teilt Sprecherin Yvonne Reimer mit. So werden die Dachböden der A- und B-Flügel gedämmt, um eine Aufheizung im Sommer zu reduzieren und Wärmeverluste im Winter zu minimieren. Die Intensivstation wurde derweil mit einer neuen, leistungsfähigeren Lüftungsanlage ausgestattet, die auch bei hohen Außentemperaturen stabile Raumtemperaturen von maximal 22 Grad Celsius gewährleisten soll. „Für diese Maßnahmen wurden bislang rund 400 000 Euro investiert“, sagt Reimer.
Auch treibe man den Ausbau der Photovoltaikanlagen weiter voran. Aktuell verfüge das Bethesda über eine installierte Leistung von 130 Kilowatt-Peak (kWp). Nach den kommenden Ausbaustufen sollen es 300 kWp sein. Auch hier betrage das Investitionsvolumen 400 000 Euro.
Umfassende Umbauarbeiten waren nötig gewesen, um aktuelle gesetzliche Anforderungen der Netzbetreiber und Regulierungsbehörden zu erfüllen. Besonders von steigenden Temperaturen betroffene Bereiche des Bethesda werden schrittweise mit Klimaanlagen ausgestattet. „Für einen ersten Bauabschnitt sind im Jahr 2026 Investitionen von rund 160 000 Euro vorgesehen.“
Eine baulich-organisatorische Maßnahme, die aktuell hinzukommt, ist die räumliche Trennung der Geburtshilfe von der Gynäkologie. „Für werdende Eltern entsteht ein hotelähnlicher Bereich, der eine wohnliche Atmosphäre schafft und gleichzeitig die unmittelbare Anbindung an die medizinische Infrastruktur des Krankenhauses sicherstellt“, teilt Reimer mit. Kostenpunkt: 300 000 Euro.
„Ein zentraler medizinischer Entwicklungsschwerpunkt“ des Bethesda ist die neurologische Frührehabilitation der Phase B, berichtet Reimer. Das Krankenhaus habe den Auftrag des Landes NRW bekommen, die Versorgung neurologischer Patienten in dieser Behandlungsphase auszubauen. Strukturen dafür schaffe man bereits seit 2025, etwa mit zwölf Betten. „Ziel ist es, die Versorgungswege für diese Patientengruppe deutlich zu verbessern und Versorgungslücken abzubauen.“ Um Fehlallokationen – also eine falsche oder ineffiziente Verteilung von Ressourcen – in der Versorgung zu beseitigen, stellt das Land Fördermittel für den Ausbau entsprechender Kapazitäten bereit. Perspektivisch sei der Ausbau auf eine Station mit 25 Betten vorgesehen. Dafür plane das Bethesda die Errichtung eines E-Flügels.
Der Cellitinnen-Klinikverbund entwickelt seine beiden Wuppertaler Krankenhausstandorte mit klaren medizinischen Profilen weiter, teilt Sprecherin Sandra López Bravo mit. „Das Cellitinnen-Krankenhaus St. Petrus wird als zentraler Standort für die Akut- und Notfallversorgung gestärkt. St. Josef richtet sich als spezialisiertes Zentrum für Bewegung, Rheumatologie und gesundes Altern neu aus.“ Am St. Josef liege der Schwerpunkt künftig verstärkt auf planbaren Eingriffen und spezialisierten Behandlungen. „Das medizinische Profil umfasst die Orthopädie und Sportorthopädie, die Wirbelsäulenchirurgie, die Rheumatologie, die Geriatrie sowie die multimodale stationäre Schmerztherapie.“ Durch stärkere Bündelung der Fachabteilungen sollen Behandlungsabläufe weiterentwickelt und die Versorgung der Patienten noch besser aufeinander abgestimmt werden. Die Altersmedizin bleibe eine tragende Säule der Klinik.
„Auch baulich wird die Neuausrichtung sichtbar“, sagt López Bravo. So werden die bisherigen Bereiche der Notfallambulanz seit Juli nach und nach umgestaltet. Zudem sind gezielte Modernisierungsmaßnahmen für die spezialisierten medizinischen Angebote vorgesehen. Die Akut- und Notfallversorgung des Klinikverbunds ist seit Juli vollständig am St. Petrus konzentriert.
Auch die unfallchirurgischen Strukturen wurden am St. Petrus zusammengeführt, teilt López Bravo mit. Eine zentrale Säule ist das von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie zertifizierte Regionale Traumazentrum. Auch entwickelt die Klinik für Kardiologie am St. Petrus ihr medizinisches Leistungsspektrum in mehreren Bereichen weiter. „Dazu gehören die Versorgung mit Herzschrittmachern und Defibrillatoren, Interventionen an der Mitral- und Trikuspidalklappe, interventionelle Behandlungen der Herzkranzgefäße sowie ambulante und stationäre elektrophysiologische Untersuchungen und Behandlungen“, berichtet die Sprecherin.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Aufbau eines Diabetes- und Gefäßzentrums am St. Petrus, das sich insbesondere auf die Behandlung des diabetischen Fußsyndroms konzentriert und die stationäre Versorgung in Wuppertal mit der spezialisierten ambulanten Behandlung in der Fußambulanz Haan verbindet.
Investiert wird auch in die Modernisierung des Helios-Universitätsklinikums. Ein Schwerpunkt liege hier auf der Weiterentwicklung der medizinischen, technischen und baulichen Infrastruktur. Zentrales Zukunftsprojekt dabei sei der umfassende Neubau auf dem Hauptcampus in Barmen. Die komplette Inbetriebnahme sei für Ende 2027 vorgesehen. „In dem viergeschossigen Gebäude werden künftig medizinisch eng miteinander verbundene Fachbereiche, diagnostische Bereiche, ein Zentral-OP mit 16 Sälen, ein Labor sowie ein neues Notfallzentrum gebündelt“, sagt Sprecherin Janine von Heyking. „Durch diese räumliche Zusammenführung sollen Abläufe in der interdisziplinären Versorgung weiter verbessert und Wege für Patienten und Behandlungsteams verkürzt werden.“
Eine strukturelle Stärkung ist auch in der Notfallversorgung vorgesehen. So werden Hubschrauberlandeplatz, Intensivstation, operatives Zentrum und Notaufnahme künftig direkt miteinander verbunden sein. „Der Neubau befindet sich kontinuierlich in der Umsetzung.“ Parallel dazu investiere man „in digitale Lösungen, die die medizinische Versorgung und interne Abläufe unterstützen“.