Der versuchte Sprengstoffanschlag mit einer Drohne am Flughafen Leipzig/Halle hat die öffentliche Aufmerksamkeit auch auf die Präsenz mehrerer ukrainischer Antonow-Flugzeuge dort gelenkt. Nachdem der Flughafen Hostomel in Kijyw beim Überfall Russlands 2022 zerstört wurde, verlegte die Airline ihre Basis mit insgesamt sechs Transportmaschinen vom Typ AN-124 nach Leipzig. Die AN-124 ist derzeit das größte Frachtflugzeug der Welt.

Diese stehen im Rahmen des Programms „Strategic Airlift International Solution“ (SALIS) schon seit dem Jahr 2006 auch mehreren EU- und Nato-Staaten für den strategischen Lufttransport zur Verfügung. Die Bundeswehr nutzte eine der Antonow-Maschinen beispielsweise beim Afghanistan-Einsatz 2021. Auch militärische Ausrüstung für die kurdischen Peschmerga wurde damit im Jahr 2014 ins irakische Erbil transportiert.

Am Donnerstag berichteten der WDR, der NDR und die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf einen vertraulichen Polizeibericht., eine der Maschinen soll mit Munition beladen gewesen sein, als am Dienstagabend eine Drohne auf dem Luftweg in den Sperrbereich des Flughafens Leipzig/Halle eingedrungen ist. Die Munition soll kurz zuvor aus Frankreich eingeflogen worden sein und war für den Weitertransport vorgesehen. 

Das Bundesinnenministerium dementierte dies intern. In der Obleute-Runde im Bundestag mit den Abgeordneten aus den Ausschüssen Inneres und Verteidigung wurde klargestellt, dass sich keine Munition in der Maschine befunden habe. Der letzte entsprechende Transportflug sei am 29. Juli erfolgt. Dies berichtete der Focus und die dpa.

An der Drohne war ein Paket mit Sprengstoff montiert. Sie befand sich in unmittelbarer Nähe einer ukrainischen Antonow-Maschine. Nur wegen eines Defekts am Zünder war die Bombe nicht detoniert.

Auch drei russische Transportflieger stehen noch in Leipzig/Halle

Der ukrainische Flugzeughersteller Antonow errichtet derzeit am Flughafen Leipzig/Halle auch einen neuen Wartungshangar. Der Bau soll in der ersten Jahreshälfte 2027 fertiggestellt werden.

Die Antonow-Flugzeuge sind mit Schriftzügen versehen, die auf den Verteidigungskampf der Ukrainer gegen die russischen Invasoren verweisen: „Sei mutig wie Cherson“ oder „Sei mutig wie Butscha“ heißt es da etwa auf Englisch. Eine weitere Wartungs- und Produktionsbasis besitzt Antonow noch am Flughafen Kijyw-Sviatoshyn. Neben den SALIS-Flügen transportiert Antonow mit seinen Maschinen auch Güter aus der Gas- und Ölbranche.

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Auch drei Antonow-Maschinen der sanktionierten russischen Airline Volga Dnepr stehen laut Medienberichten, etwa der „Mitteldeutschen Zeitung“, noch geparkt und ohne Triebwerke auf einem Vorfeld in Leipzig/Halle. „Mit der Frage eines alternativen Standplatzes für die AN-124 der VD wird man sich perspektivisch beschäftigen“, teilte ein Flughafensprecher im Februar mit. (jmi)