Nach Drohnenfund in Leipzig
Seehafenverband verlangt Schutz vor Drohnenangriffen
06.08.2026 – 17:21 UhrLesedauer: 1 Min.
Seehafen Kiel (Archivbild): Der Hafenverband fordert besseren Schutz. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Wolfgang Diederich/imago)
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Am Flughafen Leipzig/Halle wurde eine Sprengstoff-Drohne entdeckt. Die Hafenbranche sieht eine gefährliche Sicherheitslücke.
Der Zentralverband der Deutschen Seehafenbetriebe hat nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle Konsequenzen für die deutschen Häfen gefordert.
Der Vorfall zeige, dass bestehende gesetzliche Regelungen den Realitätstest noch nicht bestünden, erklärte Verbandshauptgeschäftsführer Florian Keisinger. Zwischen der Erkennung einer Drohne und ihrer Abwehr bestehe weiterhin eine sicherheitsrelevante Lücke.
Seehafen Kiel
Im Jahr 2025 verzeichnete allein der Kieler Hafen ein Rekordfrachtvolumen von knapp 8 Millionen Tonnen. Rund 2,7 Millionen Passagiere passierten den Standort. Zudem liegt der Hafen direkt am Eingang zum Nord-Ostsee-Kanal, der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt.
Kritische Infrastrukturen wie Seehäfen stünden zunehmend im Fokus hybrider Bedrohungen, erklärte der Verband. Zwar könnten Hafenbetriebe Drohnen mittlerweile frühzeitig erkennen. Eine eigenständige Abwehr ist ihnen jedoch nicht erlaubt.
Nur 90 Sekunden Reaktionszeit
Bei einem hybriden Angriff blieben häufig nur 60 bis 90 Sekunden Reaktionszeit, so Keisinger. Bis die zuständigen Behörden eingreifen könnten, sei eine Drohne oftmals bereits verschwunden.
Der Verband fordert eine Gleichstellung der Seehäfen mit Flughäfen beim Drohnenschutz. Zudem müssten klare Zuständigkeiten zwischen Hafenbetreibern, Landespolizei, Bundespolizei und Bundeswehr festgelegt werden.
In der Nacht zum Mittwoch war auf einer Start- und Landebahn eine Drohne mit Sprengstoffvorrichtung entdeckt worden. Sie lag nahe einer ukrainischen Transportmaschine.
