Vollzeitbeschäftigte konnten sich 2025 in Deutschland über einen Anstieg des Gehalts freuen. Laut Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) stieg der mittlere Bruttojahresverdienst, gemessen am Median, im Vergleich zum Vorjahr um etwa 3,6 Prozent und lag bei 54.066 Euro. Der durchschnittliche Jahresverdienst lag 2025 laut den Zahlen von Destatis bei 64.441 Euro brutto im Jahr. Der Unterschied zwischen Median und Durchschnitt verdeutlicht, dass besonders hohe Gehälter den Durchschnittsverdienst nach oben beeinflussen, während der Median ausdrückt, dass die Hälfte der Beschäftigten mehr oder genau diesen Betrag verdiente und die andere Hälfte weniger. Doch ab welchem Gehalt gehört man eigentlich zur sogenannten Oberschicht?

Einkommen: Wer gehört in Deutschland zur Oberschicht?

Die unterschiedlichen Schichten beim Einkommen sind nicht einfach zu bestimmen. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) bedient sich des Medians, um Mittelschicht und Oberschicht zu bestimmen. Das hat den Hintergrund, dass die Haushaltsgrößen maßgeblich für die Berechnung sind. Eine vierköpfige Familie sollte beispielsweise nicht das vierfache Einkommen eines Singlehaushalts haben, um der Mittelschicht zugeordnet zu werden, erklärt das IW. Immerhin bräuchten Kinder weniger Geld und in einem größeren Haushalt würden sich die Kosten nicht so extrem summieren. Beispielsweise wäscht nicht jedes Familienmitglied mit der eigenen Waschmaschine.

In der IW-Studie wurde herausgearbeitet, dass sich nur vier Prozent der Menschen in Deutschland zur Oberschicht zählen können. Das sei für Singles ab einem Netto-Einkommen von 5780 Euro der Fall. Für Familien liegt der Wert bei 12.140 Euro. Die Richtwerte der Mittel- und Oberschicht in der Übersicht:

  • Mittelschicht: Haushaltsnettoeinkommen muss zwischen 80 und 150 Prozent des Medians liegen.
  • Oberschicht: Haushaltsnettoeinkommen von 250 Prozent des Medians oder mehr.

Reich und Oberschicht – Einschätzungen sind häufig unzutreffend

Offenbar weicht die Wahrnehmung der Deutschen von diesem Modell der Schichten ab. Die Sparkasse schreibt in einem Beitrag: „Laut Umfragen schätzen viele den Anteil sechsmal höher ein, als er tatsächlich ist.“ Auch das IW geht in seiner Studie auf die Diskrepanz ein. Demnach würde der Anteil der einkommensreichen Menschen auf 25 Prozent geschätzt werden.

„Reich sind in der eigenen Wahrnehmung zumeist die anderen“, erklärt Studienautorin Judith Niehues das Phänomen. Die Leiterin der Forschungsgruppe Mikrodaten und Methodenentwicklung des IW glaubt: „Dass man als Paar ohne Kinder mit einem gemeinsamen Einkommen von über 8670 Euro zu den einkommensreichsten vier Prozent der Bevölkerung zählt, überrascht viele.“

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