
AUDIO: Darum sind die Antonows auf dem Leipziger Flughafen (2 Min)
Transportflugzeuge
Stand: 07.08.2026 05:00 Uhr
18 Drohnen wurden laut Deutscher Flugsicherung allein im ersten Halbjahr am Flughafen Leipzig/Halle gesichtet. Zum Vergleich: In Dresden gab es im gleichen Zeitraum nur einen Fall. Die meisten Vorfälle, und zwar 28, wurden dagegen am Hauptstadtflughafen BER registriert. Der Flughafen Leipzig/Halle scheint von besonderem Interesse zu sein. Das hat auch mit der Präsenz der ukrainischen Firma Antonov und der strategischen Lage des Airports zu tun.

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Am Leripziger Flughafen ist eine Drohne mit Sprengvorrichtung gefundern worden. Eine umgeleitete Frachtmaschine stieß mit einem unbekannten Objet zusammen. ARD-Terrorismusexperte Holger Schmidt mit einer Einschätzung.
Als Russland im Frühjahr 2022 die Ukraine überfiel, wurde bei einem Angriff auf den Flughafen Hostomel das weltgrößte Frachtflugzeug zerstört. Die Antonow 225 – genannt Mrija. Mrija ist Ukrainisch und heißt Traum. Drohnenaufnahmen legen nahe, dass das Flugzeug gezielt gesprengt wurde. Ein schwerer symbolischer Verlust für die Ukraine.
Video:
Der Angriff Russlands auf die Antonov 225 (3 Min)
Wartungsstandort Leipzig wurde nach Überfall auf Ukraine zur Basis
Es war zu dieser Zeit, dass Antonov Airlines beschloss, die Ukraine zu verlassen. Die neue, vorrübergehende Heimatbasis wurde der Flughafen Leipzig/Halle. Das ergab durchaus Sinn, erklärt Robert Kluge – Kurator für Luftfahrt am Deutschen Museum in München und Luftfahrtjournalist. Denn bereits seit 2006 habe Antonov Airlines einen Wartungsstandort in Leipzig aufgebaut. „Und insofern lag es einfach nahe, sich weiter auszubreiten und mittlerweile eben auch einen Wartungshangar zu bauen, was dort seit einiger Zeit passiert.“, so Kluge.
Hubschrauber, Panzer, Formel1-Fahrzeuge – das transportieren die Riesenflieger

Voraussichtlich kommendes Jahr soll der neue Hangar für die aktuell sechs Maschinen fertig sein. Inzwischen transportieren die Antonows von Leipzig/Halle aus fast ausschließlich militärische Güter wie Hubschrauber, Panzer und Artillerie – in die Ukraine, aber zum Beispiel auch an die Nato-Ostflanke, erklärt Kluge weiter: „Davor wurde alles Mögliche transportiert. Von Raketenoberstufen für die NASA, von Formel1-Fahrzeugen. Alles Mögliche, was großes Volumen hat. Generatoren für Kraftwerke und dergleichen.“
Enorme Bedeutung für Europas Verteidigung
Nur in den USA gibt es sonst Transportflugzeuge von ähnlichem Fassungsvermögen. Selbst der Airbus A400 M, den die Bundeswehr zum Beispiel für medizinische Evakuierungen nutzt, hat weniger Transportvolumen als das aktuelle Antonow-Modell 124. Für die Nato und Europas Verteidigung haben die Riesenflieger also eine enorme Bedeutung. Seit 2006 sind der Flughafen Leipzig/Halle und Antonov Teil des sogenannten SALIS-Programms. SALIS ist die Abkürzung für „Strategic Airlift International Solution“ – eine Initiative von Nato- und EU-Staaten, die teilnehmenden Ländern den schnellen Zugriff auf Antonow-Maschinen sichert.
Video:
Wieso die Sprengstoffdrohne nicht abgewehrt wurde (1 Min)
Antonov Airlines ist eine der größten Fluggesellschaften der Ukraine und Tochterunternehmen der staatlichen Antonov Company. Benannt wurde das Unternehmen nach dem sowjetischen Luftfahrtpionier Oleg Kontantinowitsch Antonow – geboren 1906 in der Nähe von Moskau, gestorben 1984 in Kiew. In den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelte Antonow das weltweit erste superschwere Großraum-Transportflugzeug.