Sie arbeitet in der Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften an der Bergischen Universität und engagiert sich seit ein paar Jahren für mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Informatik: Denise Schmitz, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team der Arbeitsgruppe Didaktik der Informatik beschreibt die klischeehafte Vorstellung des Softwareentwicklers so: „Informatik ist ein Männerberuf und die sitzen alle im Keller, essen Pizza und trinken Cola.“ Diese Vorstellung habe sich gesellschaftlich tief eingegraben, so dass es besonders schwierig sei, gegen solche Stereotype anzukommen. „Man muss nur einmal einen Blick in die Informatikvorlesungen hier in der Uni werfen“, sagt die Fachfrau, „da sind wir deutlich unter 50 Prozent Studentinnen.“ Und das setze sich in den höheren Semestern weiter fort, weniger Frauen beenden das Studium und man sehe sie dementsprechend auch wenig in Führungspositionen. Zwar gebe es auch weibliche Vorbilder, Schmitz nennt die Pionierin Ada Lovelace (1815-1852) oder die amerikanische Informatikerin Grace Hopper (1906-1992) und verweist auf den Kinofilm Hidden Figures (deutscher Titel: Unbekannte Heldinnen) von 2016, doch in der Regel entschieden sich junge Mädchen nach der Schule selten für eine Ausbildung oder ein Studium im Bereich der Informatik. „Es gibt eine Arbeitskultur in der Informatik, in der man sich als Frau sehr durchsetzen muss, und da hat nicht jede Frau Lust drauf“, sagt die Wissenschaftlerin. Strukturelle Hürden, wie ungleiche Bezahlung und mangelnde Beförderungschancen erschwerten zusätzlich die Entscheidungsfreudigkeit. „Und dann haben wir immer noch das Problem der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.“