Bochums Blütezeit als Industrie- und Wirtschaftsmetropole lag in der zweiten Hälfte des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Doch archäologische Funde im Südwesten des Stadtgebiets zeigen, dass schon vor 2.500 Jahren Menschen dort lebten und wirkten.

Archäologische Funde bei Bochum

So entdeckten Forschende des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in dem Gebiet prähistorische Siedlungsspuren, darunter auch eine 2.500 Jahre alte Schüssel. Bereits seit Längerem wurde vermutet, dass Menschen in dem Gebiet bereits früh begannen, sich niederzulassen, denn der Boden ist fruchtbar und die Lage im Umfeld der Ruhr und durch die Nähe zu anderen Wasserläufen günstig. Nun liefern die archäologischen Funde Gewissheit.

„Wir konnten tatsächlich in einem Teilbereich Gruben und Gräben einer Hofstelle erfassen“, erläutert LWL-Archäologin Dr. Eva Cichy. Ein Großteil der ehemaligen Siedlungsspuren ist durch Erosion zerstört worden, doch da die Fläche ein leichtes Gefälle aufweist, haben sich im tiefer gelegenen Osten unterhalb einer durch Erosion entstandenen Schicht letzte Reste des Siedlungsplatzes erhalten.

Topaktuell

Ausgrabung bringt 2.500 Jahre alte Schüssel ans Licht

Bei den Grabungen konnten große und kleine Gruben der uralten Siedlung identifiziert werden. Die meisten waren nur noch recht flach erhalten, doch ein Graben stach bei den Untersuchungen besonders hervor. Dieser war zwar kurz, aber dafür noch etwa einen Meter tief. „Er war mit Brandschutt verfüllt worden, und auf der Sohle konnten wir bereits bei der Voruntersuchung ein halbes Gefäß bergen“, berichtet Cichy.

Später konnte dann auch der zweite Teil der kleinen Schüssel aus der restlichen Verfüllung geborgen werden. Die Fachleute schätzen das Alter des archäologischen Fundes auf etwa 2.500 Jahre. Doch das ist nicht das einzige uralte Artefakt, das an der Stätte entdeckt wurde. So sind sie in einem flachen Graben auf einen verzierten Spinnwirtel aus Keramik, einen Teil einer Handspindel, gestoßen. Sie interpretieren dies als Hinweis auf Textilherstellung vor Ort.

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

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