Im ehemaligen Rheinbahndepot lässt es sich gut feiern. Die hohen Decken, große Fenster und Backsteinwände erinnern an alte Zeiten. Mit einem besonderen Lichtkonzept, einer weiß gefliesten Bar und neuen Möbeln haben Nene und Johannes Nooij auch moderne Akzente gesetzt. In ihrem Restaurant an der Erkrather Straße finden immer wieder Events statt. Kürzlich aber hatten sie selbst Freunde und Familie zu einer privaten Party eingeladen: Die beiden Gastronomen haben ihr Eheversprechen erneuert.

An ihre erste Trauung erinnern sich die Nooijs noch sehr gut. Ihr war ein gemeinsamer Strandurlaub in den Niederlanden vorausgegangen. „Wir saßen in einem Pavillon am Meer und ich habe mir gedacht: Wenn ich heirate, dann hier“, so Nene Nooij. Fünf Jahre später gaben sich die beiden zwar nicht am Strand das Ja-Wort, dafür aber in einer weißen Kirche in Holland. „Wir hatten eine große Feier und ein ganzes Hotel belegt“, sagt Johannes Nooij. „Es war wunderschön.“

Sich im Nachbarland zu trauen, lag nahe: Nene ist Niederländer. Ein weiterer Grund war, dass dort damals schon gleichgeschlechtliche Ehen möglich waren. In Deutschland dagegen galt vor elf Jahren noch die eingetragene Lebenspartnerschaft. „Das fühlte sich ein bisschen nach Almosen an“, so Nene Nooij. Jedenfalls waren die beiden dann nach dem niederländischen Gesetz verheiratet. „Und mit dem Grenzübertritt wieder erst einmal nur verpartnert.“

Diese rechtlichen Unterschiede spielen für die zweite Trauung der Düsseldorfer vor wenigen Tagen eine wichtige Rolle. Seit 2017 nämlich dürfen auch in Deutschland gleichgeschlechtliche Paare heiraten. „Ich weiß von vielen unserer Freunde, die ihre Verpartnerung offiziell in eine Ehe umwandeln mussten“, erklärt Nene Nooij. Genau das hatten nun auch die Gastronomen vor. Eine große Zeremonie sollte es geben. „Save the Date“-Karten wurden versendet.

„Irgendwann hat sich das Standesamt Düsseldorf bei uns gemeldet und gesagt, dass sie gar nicht verstehen, was wir wollen“, so Johannes Nooij. Es stellte sich heraus: Das Paar war schon verheiratet, ohne es zu wissen. Weil die beiden sich damals in den Niederlanden getraut hatten, war die Ehe mit der Gesetzesänderung auch in Deutschland anerkannt worden. „Jetzt hatten wir unseren Gästen aber schon den Termin kommuniziert“, sagt der 45-Jährige. „Und die Einladungskarten waren fertig.“ Also erneuerten die Nooijs Ende Juli einfach bei einer freien Trauung ihr Gelübde.

„Es war eine große Party, bei der viel getanzt wurde“, sagt Nene Nooij. Hündin Matilda brachte die Ringe. Und ein Trauredner führte die Gäste unterhaltsam durch die gemeinsame Geschichte des Paares. „Wir hatten einen lockeren und entspannten Tag“, erklärt Johannes. „Es war ein großes Treffen mit Freunden und Familie.“

Kennengelernt haben sich die Nooijs übrigens vor 18 Jahren ebenfalls auf einer Party. Nene führte zu dem Zeitpunkt bereits ein eigenes Restaurant in Flingern. Johannes arbeitete in der Modebranche. Eigentlich hatten beide an dem Abend nur bedingt Lust, feiern zu gehen. Schließlich landeten sie aber doch auf der Tanzfläche. „Meine Kollegin hat die ganze Zeit irgendwelche Typen zu mir geschleppt“, erinnert sich Johannes. „Um das zu beenden, habe ich irgendwann gesagt: Wenn ich einen nehme, dann halt den.“ Und dieser eine war zufällig Nene.

Bei einem zweiten Date trafen sich die beiden am Rhein. „Nene hatte ein riesiges Picknick vorbereitet, das war wirklich beeindruckend.“ Kurz darauf zog Johannes, der noch in Bottrop wohnte, zu Nene nach Düsseldorf. „Ich bin einfach nicht mehr gegangen“, sagt er. Heute wohnen die beiden zwar nicht mehr in der Wohnung von einst, aber immer noch in Flingern. „Wir mögen es in einem Stadtteil zu wohnen, in dem Leben ist“, sagen sie.

Das Nooij Dutch Deli an der Erkrather Straße führen sie mittlerweile gemeinsam. „Ich wollte von Anfang an nicht der Mann vom Chef sein“, sagt Johannes. Er hat Anteile der Firma gekauft, sodass beide gleichberechtigte Geschäftspartner sind. Nebenbei ist der Düsseldorfer auch noch als Flugbegleiter tätig. Wenn die Nooijs mal nicht arbeiten, dann trinken sie zum Beispiel gerne Kaffee in ihrem Viertel. „Wir können sehr gut alleine sein miteinander“, sagt Johannes Nooij. Und manchmal setzen sie sich auch einfach ins Auto, um nach Holland an den Strand zu fahren.