Wenn es nach dem Deutschen Wetterdienst geht, wird der kommende Sonntag ein recht gewöhnlicher Sommertag: heiter bis wolkig, Temperaturen bis zu 33 Grad, schwacher bis mäßiger Südostwind.
Recht gewöhnlich wird er voraussichtlich nur bis 10 Uhr bleiben. Denn dann startet der erste Nacktradel-Tag in Berlin, auch „World Naked Bike Ride“ genannt. Bis circa 17 Uhr soll dann eine fahrende Demonstration der Freikörperkultur vom Mauerpark aus größtenteils entlang des „Berliner Mauerwegs“ bis nach Schönefeld ziehen. Die Demoroute ist laut Veranstalter etwa 33 Kilometer lang.
Das alte FKK-Motto „Nackt sind wir alle gleich“ wollen die Organisatoren, wie es auf der Webseite heißt, etwas abwandeln und den Fokus richten auf die Vielfältigkeit der menschlichen Körper anstatt auf Konformität.
Unverkennbar USA: Ein Teilnehmer des World Naked Bike Ride in Los Angeles.
© REUTERS/Lucy Nicholson
Sie wollen damit für den Naturismus beziehungsweise die FKK-Bewegung werben, die nach Eigenangaben einem „zunehmenden Mitgliederrückgang in Vereinen und Zusammenschlüssen“ ausgesetzt seien. Es soll ein Zeichen gesetzt werden für „Toleranz und Selbstakzeptanz, Naturverbundenheit und Schutz der Umwelt sowie für Inklusion und Vielfältigkeit“.
Excuse you? Auch im (ehemals) prüden Großbritannien, hier in London, zog es Nudisten schon zum World Naked Bike Ride auf die Straßen.
© REUTERS/Luke MacGregor
Der Leitspruch der Veranstaltung „As bare as you care“ (zu Deutsch etwa: „So nackt, wie du dich traust“) deutet bereits an: Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bleibt es überlassen, wie weit sie ihre Hüllen fallenlassen wollen – ob ganz, halb oder eben gar nicht, alle seien gleichermaßen eingeladen, an der Demonstration teilzunehmen. Samt ihres Fahrrads oder E‑Bikes. E-Scooter „und dergleichen“ hingegen seien nicht erwünscht.
Ebenso unerwünscht: die „sexuelle oder fetischbezogene Selbstdarstellung“ – ein (für Berlin wichtiger) Hinweis auf die familienfreundliche Ausrichtung der Veranstaltung. An ebendiesen Dresscode wird online explizit erinnert: „Bitte keine Fetisch-Kinky-Utensilien, übertriebener Körperschmuck, Piercings oder Penisringe“, heißt es auf Bluesky.
Die „Taunus-Nackt-Mountainbike-Gruppe“ hatte die Veranstaltung mit 300 Personen bei der Berliner Versammlungsbehörde angemeldet. Auf der Webseite der Veranstalter waren am Freitagmittag knapp 1200 Menschen der Bitte nachgekommen, dort ihre Teilnahme zählen zu lassen.
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Wer sich in welcher freizügigen Form am sommerlich prognostizierten Sonntag schließlich aufs Rad schwingen wird, wird der sommerliche Sonntag ab 10 Uhr beweisen. Sonnencreme nicht vergessen!