Ein mit dem Ebolavirus infizierter US-Amerikaner ist zur Behandlung in die Berliner Charité gebracht worden. Der Patient wurde in der Sonderisolierstation des Universitätsklinikums aufgenommen, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte. Er hatte sich in der Demokratischen Republik Kongo mit dem Virus angesteckt, das sich dort stark ausbreitet.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sagte der Nachrichtenagentur dpa: »Für die Bundesregierung ist es selbstverständlich, dass wir unseren Partnern helfen.« Deutschland verfüge über ein leistungsfähiges Versorgungsnetzwerk, auch für Patienten mit hochinfektiösen Krankheiten. »Sie werden bestmöglich versorgt – und wir wahren dabei die höchsten Sicherheitsvorkehrungen.«
Deswegen hätten sich die USA mit einem Hilfeersuchen an Deutschland gewandt. Warken dankte allen Beteiligten für den Transport und die medizinische und pflegerische Versorgung in der Charité. »Dem Patienten wünsche ich alles erdenklich Gute für seine Gesundheit«, sagte sie.
Im Spezialflugzeug wurde der Patient nach Berlin gebracht
Die US-Behörden hatten die Bundesregierung auch wegen der kürzeren Flugzeit nach Deutschland um Hilfe gebeten. Der Transport nach Berlin war von Uganda aus mit einem Spezialflugzeug für hochinfektiöse Patienten organisiert worden.
Zur Charité erfolgte der Transport mit einem speziell ausgestatteten Fahrzeug. Eskortiert wurde es von zahlreichen Motorrädern und Autos der Polizei sowie Feuerwehren und Krankenwagen. Kurz vor drei Uhr nachts erreichte das Spezialfahrzeug das Krankenhaus.
Ein Konvoi aus Polizei und Feuerwehrautos kommt am Charite Campus Virchow Klinikum an. © Christophe Gateau/dpa
Die Sonderisolierstation ist eine eigene Einheit
Die Sonderisolierstation auf dem Campus Virchow-Klinikum verfügt über eine spezialisierte Infrastruktur zur Versorgung von Patienten mit hochansteckenden lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten. Sie ist eine geschlossene und geschützte Einheit getrennt vom regulären Klinikbetrieb, sodass kein Kontakt zu anderen Patientinnen und Patienten entstehen kann.
Tschechien nimmt US-Arzt auf
Neben Deutschland nimmt auch Tschechien einen US-Bürger stationär auf. Ein US-amerikanischer Arzt werde von Uganda in ein Krankenhaus in Prag verlegt, nachdem er Kontakt zu einem mit dem Ebolavirus infizierten Patienten hatte, teilten tschechische Gesundheitsbehörden mit. Der Arzt zeige keine Symptome und werde auf Wunsch der Vereinigten Staaten vorsorglich stationär aufgenommen, gab der tschechische Gesundheitsminister Adam Vojtěch auf X bekannt. Der Patient werde in einer Isolationseinheit transportiert und soll voraussichtlich am Mittwochabend eintreffen, teilte das auf Infektionskrankheiten spezialisierte Fakultätskrankenhaus Bulovka in Prag mit. »Der Fall stellt keine Gefahr für die Öffentlichkeit in der Tschechischen Republik dar, und die Vorgehensweisen für ähnliche Situationen sind klar festgelegt«, hieß es in der Erklärung des Krankenhauses weiter.
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Ebola ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen.
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