
Stand: 07.08.2026 11:20 Uhr
„Du riskierst alles. Sie riskieren nichts.“ Mit diesen Worten warnt der Bremer Verfassungsschutz seit Donnerstag in einer Kampagne vor der Anwerbung als Wegwerf-Agent durch fremde Geheimdienste.
Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine hat auch die hybride Bedrohung in Deutschland massiv zugenommen. Nach Angaben der Bremer Innenbehörde gehören dazu vor allem Desinformation, Cyberangriffe, Spionage, Sabotage und verdeckte Einflussnahme auf die Politik. Und: die Anwerbung von sogenannten Wegwerf-Agenten. Diese werden über soziale Netzwerke oder Messenger angesprochen. Gegen Bezahlung sollen sie dann Objekte ausspähen, Schäden anrichten oder sogar Sabotage verüben. Von wem sie wirklich gesteuert werden, wissen sie dabei oft selbst nicht.

Die Frachtmaschine wurde nach einem Drohnenfund in Leipzig umgeleitet. Unterwegs kollidierte sie wohl mit einer weiteren Drohne.
Betroffene sollen sich beim Verfassungsschutz melden
Die Bremer Innensenatorin Eva Högl warnt: „Was nach schnellem Geld aussieht, ist der Anfang großer Probleme für die Betroffenen.“ Fremde Geheimdienste seien auch in Bremen aktiv. „Sie nutzen Menschen aus und lassen sie fallen, sobald es brenzlig wird. Wer für dubiose Aktionen im Netz von Unbekannten angesprochen wird, sollte sich daher umgehend beim Bremer Verfassungsschutz oder der Polizei melden.“
Harte Strafen für Wegwerf-Agenten
Bremen und Bremerhaven stehen als logistische Drehscheibe für die NATO besonders im Fokus. Auch die ansässige Luft-, Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie könnte dabei zum Ziel werden. So bestehe die Gefahr, dass fremde Geheimdienste Bremerinnen und Bremer ansprechen oder Wegwerf-Agenten ins Land schickten, heißt es aus dem Bremer Innenressort. Wegwerf-Agenten brächten sich auch selbst in Gefahr: „Fliegen ihre Taten auf, drohen ihnen harte Strafen. Bei Sabotage an Energieanlagen riskieren sie zudem lebensgefährliche Verletzungen. So setzen sie Gesundheit und Freiheit für eine Macht aufs Spiel, die kein Interesse an ihnen als Mensch hat.“ Die Kampagne soll zwei Wochen lang in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Ströer auf digitalen Werbetafeln laufen.

Seit Jahresbeginn wurden dort jeweils vier Drohnen gesichtet. Im Zweifel muss der Flugverkehr unterbrochen werden.

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