Da ist die Gold-Chance! Deutschlands Handballer gewinnen das Halbfinale der U18-EM gegen Spanien mit 32:27 (10:11). Danach sieht es zuerst überhaupt nicht aus – doch eine Leistungsexplosion nach der Pause macht den Weg frei. Jetzt können die Söhne der Handball-Granden im jungen Alter schon ganz groß werden!

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Denn: Elvis Kretzschmar, Sohn von Handball-Legende und Dyn-Experte Stefan „Kretzsche“ Kretzschmar, ist nur ein berühmter Name im U18-Aufgebot. Ein anderer ist etwa Kalle Gaugisch, Sohn von Frauen-Bundestrainer Markus Gaugisch. Er schaut sich den Kracher gegen Spanien sogar in der Halle in Serbien live an. Der Einzug ins Halbfinale war nicht selbstverständlich: Nach dem Gruppensieg folgten zwei verlorene Hauptrundenspiele, nur mit Glück gelang das Weiterkommen. Der Viertelfinal-Erfolg gegen Island (33:31) war bereits ein Fingerzeig an die Konkurrenz.

Handball: Deutsche U18 erreicht gegen Spanien EM-Finale

Der Start ins Halbfinale geht aber daneben: Gleich dreimal steht der stark aufgelegte spanische Schlussmann Ruben Cardenosa im Weg, zweimal der Pfosten. Die Iberer machen es besser und führen schnell 3:0! Bundestrainer Erik Wudtke (54) macht seinen Jungs dann in der Auszeit klar: „Vorne viel mehr Bewegung ohne Ball!“ Das hilft: Die DHB-Auswahl kämpft sich nach und nach ins Spiel und bis auf ein Tor Rückstand heran. Flüchtigkeitsfehler und vergebene Chancen verhindern aber den Ausgleich. Dann ist Zeit für Elvis Kretzschmar (18): Der Magdeburger kommt noch vor der 20-Minuten-Marke auf die Platte. Das wirkt sofort: Er bringt sich mit einem Tor aus dem Rückraum zum 7:9 ein und spielt kluge Bälle. Nach 25 Minuten ist es geschafft: Das Comeback wird mit dem verdienten 10:10-Ausgleich von Julius Pöthke belohnt!

Furiose Minuten geben den Ausschlag

Spanien führt zur Pause zwar mit 11:10, doch Deutschland kommt wie unter Strom aus der Kabine! Finn Meißner wirft die Wudtke-Truppe erstmals in Führung, Julius Pöthke (bester Deutscher mit acht Toren) und Toma Gadza bauen aus – 18:13 nach 40 Minuten. Plötzlich ist Deutschland auf Finalkurs – als hätte es nie einen Zweifel daran gegeben. Im Tor liefert Tjorven Knackstedt einmal mehr eine bärenstarke Vorstellung. Auch sein Verdienst: Spanien gelingen in 17 Minuten nach der Pause nur vier Tore. Das 25:17 acht Minuten vor Schluss riecht schon nach Vorentscheidung. Beide Teams kassieren nach Gesichtstreffern noch jeweils eine rote Karte – doch dann ist Schluss! Deutschland erreicht durch das 32:27 das EM-Finale. Dort wartet der Sieger des zweiten Halbfinals (19:30 Uhr) zwischen Dänemark und Slowenien.

Bundestrainer bedankt sich beim Torwart

„Ich hatte in der Halbzeitpause eine sehr direkte Ansprache an die Spieler gerichtet, um sie wachzurütteln. Und es hat geholfen“, so Bundestrainer Erik Wudtke. „Einzig und allein unser Torwart Tjorven Knackstedt hat uns vor der Pause im Spiel gehalten. Bei ihm müssen wir uns bedanken. Es war ein Spiel mit zwei völlig unterschiedlichen Hälften, denn nach der Pause haben wir die nötige Emotionalität gezeigt, nachdem wir in Hälfte eins viel zu passiv waren und uns nicht an den Plan gehalten haben.“