Steigender Dax-Kurs auf einer Anzeigetafel im Handelssaal der Frankfurter Börse.

Marktbericht

Stand: 07.08.2026 • 18:17 Uhr

Im Sog der Wall Street hat sich der DAX am Nachmittag zu neuen Höhen aufgeschwungen. In den USA schwächelt der Arbeitsmarkt – was Zinsängste der Anleger umgehend dämpfe und die Börse antrieb.

Der DAX hat eine sehr erfolgreiche Woche mit weiteren Gewinnen beendet und dabei erneut einen Rekord aufgestellt.

Am Ende des Tages schloss der deutsche Leitindex bei 26.319 Punkten, ein Tagesgewinn von 0,69 Prozent. Das neue Rekordhoch lag im Verlauf bei 26.445 Punkten. Erst am Mittwoch hatte der Index zwischenzeitlich mit 26.403 Punkten den dritten Rekordstand in Folge markiert. Gestern war der DAX nur mit einem leichten Plus bei 26.140 Punkten aus dem Handel gegangen. Im Wochenvergleich lag das Plus damit bei 2,7 Prozent.

Nach holprigem Start verbesserte sich der DAX schon am Vormittag sukzessive. Auslöser für weitere Gewinne waren die wichtigen US-Arbeitsmarktdaten für den Juli.

Dabei ist die Beschäftigtenzahl in den USA im Juli unerwartet gesunken. Außerhalb der Landwirtschaft fiel sie um 23.000, wie das Arbeitsministerium am Morgen (Ortszeit) mitteilte. Volkswirte hatten hingegen im Schnitt mit 80.000 zusätzlichen Stellen gerechnet. Der Beschäftigungsaufbau in den beiden Vormonaten wurde zudem um insgesamt 103.000 Stellen nach unten revidiert.

Auch die durchschnittlichen Stundenlöhne fielen mit plus 0,1 Prozent deutlich geringer aus als erwartet – prognostiziert war ein Anstieg von 0,3 Prozent. Für die Notenbank Federal Reserve (Fed) ist diese Zahl wichtig, da sie in der Lohnentwicklung einen der wichtigsten Treiber für die Inflation sieht. Die getrennt ermittelte Arbeitslosenquote fiel in den USA allerdings im Monatsvergleich von erwartet 4,2 auf 4,1 Prozent.

Börsianer setzen angesichts der Daten nunmehr auf stabil bleibende Zinsen und sehen eine geldpolitische Straffung in den USA in weitere Ferne rücken.

Auch die US-Börsen verzeichnen Gewinne. Alle großen Aktienindizes der Wall Street legen am Mittag Ortszeit zu und stehen nur knapp unter ihren bisherigen Rekordwerten. Am besten hält sich dabei die zinssensitive Technologiebörse Nasdaq, die 1,2 Prozent zulegt. Die nachlassende Zinsfantasie drückt auch den Dollar, der rund 0,3 Prozent nachgibt.

„Der US-Arbeitsmarktbericht für Juli war in nahezu allen Belangen enttäuschend“, schrieb Volkswirt Dirk Chlench von der Landesbank Baden-Württemberg in einer ersten Reaktion.

Im Blick stehen zudem die Entwicklungen im Nahen Osten. Der eskalierende Konflikt zwischen Saudi-Arabien und der Huthi-Miliz im Jemen droht eine Friedenslösung im Iran-Krieg zu erschweren. Dagegen geht US-Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben weiter davon aus, dass der Iran-Krieg „ziemlich bald“ enden und eine Einigung zur Öffnung der Straße von Hormus bevorstehen könnte.

Der Ölpreis legte angesichts der bestehenden Unsicherheiten zuletzt etwas zu in Richtung 83 Dollar je Fass, bleibt aber deutlich unter seinen Höchstständen bei rund 100 Dollar.

Neben zahlreichen Bilanzen aus dem Unternehmenssektor gab es noch frische Konjunkturdaten aus Deutschland, die überraschend gut ausfielen. So wurden Daten zur Industrieproduktion vermeldet. Die Gesamtproduktion legte im Juni im Monatsvergleich zum dritten Mal in Folge zu, wenn auch nur leicht. Dabei sendete ausgerechnet die krisengebeutelte Autoindustrie ein Lebenszeichen. Ein großer Teil des Anstiegs liegt an Zuwächsen in der Autobranche.

Die deutschen Exporte stiegen im Juni zudem auf einen Rekordwert von knapp 140 Milliarden Euro. Es ist sogar der fünfte Anstieg in Folge. „Mit Ausnahme des Januars legten die Exporte im laufenden Jahr zu“, sagte Chefökonom Thomas Gitzel von der VP Bank.

Auch die Bilanzsaison der Unternehmen ging weiter mit Geschäftsergebnissen der beiden DAX-Versicherungsriesen Allianz und Münchener Rück. Beide Konzerne betätigten ihre Jahresziele. Das Allianz-Papier hatte schon am Vortag ein neues Rekordhoch markiert.

Regelrecht eingebrochen ist hingegen der Gewinn bei DAX-Mitglied Daimler Truck. Er stürzte von 245 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf 128 Millionen ab, trotz eines um fünf Prozent gestiegenen Umsatzes. Nach steiler Kursrally gegen Ende Juli hatten die Papiere am vergangenen Montag mit knapp über 50 Euro ihren höchsten Stand seit der Abspaltung von Mercedes-Benz im Dezember 2021 erreicht. Heute fiel das Papier zurück und stand am DAX-Ende.