38 Familien mit 75 Kindern sind (Stand Mai 2026) in Wuppertal obdachlos. Die Zahlen steigen rasant (die WZ berichtete) und neue Unterbringungen werden dringen benötigt – vor allem, da die meisten vorhandenen Räume nicht für Kinder geeignet sind. Der erste Schritt wird nun getan: In der Stresemannstraße in Barmen soll zeitnah eine neue Unterkunft für obdachlose Familien entstehen.
Vorgesehen war das Gebäude ursprünglich zur notfallmäßigen Unterbringung von Geflüchteten. Diese Reservekapazität soll aufgrund des akuten Bedarfes nun zur Unterbringung Wohnungsloser genutzt werden, bis andere Unterkunftskapazitäten aufgebaut sind. Rund 40 Personen im Familienverbund können dort einen Unterschlupf finden.
Die Unterkunft liegt zentral und ermöglicht es durch die Anbindung an den ÖPNV, dass untergebrachte Kinder weiterhin ihre bisherigen Schul- und Kitaplätze behalten können. „Durch eine dauerhafte Anwesenheit von Personal vor Ort, können mögliche Auswirkungen auf die Nachbarschaft vorgebeugt werden und als Ansprechpersonen bei Konflikten dienen“, heißt es in einer Vorlage, die im Ausschuss für Soziales, Gleichstellung und Inklusion vorgelegt wurde. Das Personal vor Ort soll durch einen sozialen Träger bereitgestellt werden. „Wir können jetzt schon sagen, dass sich die Diakonie Wuppertal mit einer halben Stelle für sozialarbeiterische Beratung und Begleitung durch eine Fachkraft einbringen wird“, sagt Thomas Bartsch von der Geschäftsführung der Soziale Teilhabe gGmbH der Diakonie. Das Leistungsspektrum sei dabei breit gefächert. Es wird zu Leistungsansprüchen, behördlichen Anforderungen und Anträgen beraten, um Perspektiven aufzubauen. Auch eine akute Krisenintervention wird dabei mitgedacht.
Zwei weitere
Unterkünfte geplant
In Zukunft sollen zudem zwei weitere Unterkünfte geplant und umgesetzt werden, eine davon mit rund 100 Plätzen. Sobald diese eröffnet werden können, soll die Unterkunft Stresemannstraße wieder geschlossen werden. Die Kosten pro Jahr liegen bei rund 900 000 Euro. Sie wird als eine notwendige Übergangslösung betrachtet.
Die stetig steigenden Zahlen erfordern dies: Die Übernachtungszahl bei Familien hat sich laut Stadt in den vergangenen zehn Jahren verfünffacht – von knapp 6000 auf knapp 33 000.