Gehälter in Deutschland: So haben sie sich entwickelt
Gehalt nach Bundesländern: Wo ist es am höchsten – und wo am niedrigsten?
Gehaltsunterschiede in Deutschland: Welche Faktoren beeinflussen den Verdienst?
Wer mehr verdient, ist in der Regel glücklicher und zufriedener. Das ergab unter anderem eine repräsentative Forsa-Umfrage unter deutschen Arbeitnehmern vom April 2026. Die folgende Nachricht dürfte daher Anlass zur Freude geben: Wie schon in den vergangenen Jahren setzt sich die positive Lohnentwicklung in Deutschland fort. Auch im Jahr 2025 ist das mittlere Monatsgehalt hierzulande spürbar angestiegen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte. Doch das Lohnplus fiel nicht bei allen Beschäftigten gleich hoch aus. Wer steht mit seinem Verdienst aktuell besonders gut da und wo darf man sich über die größten Gehaltssteigerungen freuen?
Gehälter in Deutschland: So haben sie sich entwickelt
Zum Verständnis: Die Zahlen der BA basieren auf den Meldungen der Arbeitgeber zur Sozialversicherung zum Jahresende 2025. In der Erhebung werden ausschließlich Vollzeitbeschäftigte berücksichtigt. Bei den Verdienstangaben handelt es sich nicht um Durchschnittsgehälter, sondern um Mediangehälter. Das bedeutet, dass eine Hälfte der Beschäftigten ein Entgelt unterhalb dieses Betrags erzielt und die andere Hälfte mit ihrem Verdienst darüber liegt.
Laut der aktuellen BA-Statistik betrug das mittlere Bruttomonatsentgelt aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Jahr 2025 4217 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das ein Plus von 5,1 Prozent. Damit erhielten Arbeitnehmer in Deutschland im Mittel 203 Euro brutto mehr pro Monat als noch im Jahr zuvor. Die deutlichen Gehaltssteigerungen sind nach Angaben der BA vor allem auf höhere Tarifabschlüsse zurückzuführen.
Mit 5,1 Prozent stiegen die Löhne in Deutschland im vergangenen Jahr übrigens stärker als die Inflationsrate. Diese lag laut Statistischem Bundesamt im Schnitt bei 2,2 Prozent.
In den vergangenen zehn Jahren hat das Mediangehalt immer weiter zugelegt. Wie die BA in ihrem ausführlichen Statistikbericht darlegt, sieht die Lohnentwicklung seit 2015 wie folgt aus:
Gehalt nach Bundesländern: Wo ist es am höchsten – und wo am niedrigsten?
In Westdeutschland betrug das mittlere Bruttomonatsgehalt zum Stichtag am 31. Dezember 2025 4315 Euro. In Ostdeutschland lag es mit 3761 Euro deutlich darunter. Der Ost-West-Unterschied beläuft sich hier also auf über 550 Euro. Betrachtet man die einzelnen Bundesländer, fällt der Verdienst in Hamburg (4768 Euro), Baden-Württemberg (4546 Euro) und Hessen (4530 Euro) am höchsten aus. In Mecklenburg-Vorpommern (3497 Euro), Thüringen (3508 Euro) und Sachsen-Anhalt (3563 Euro) ist der Median deutschlandweit am geringsten.
Allerdings steigen die Gehälter im Osten derzeit stärker an als im Westen. Von 2024 auf 2025 legte das Median-Bruttogehalt in Ostdeutschland um 6,27 Prozent zu, während das Plus in Westdeutschland lediglich 4,81 Prozent beträgt. Arbeitnehmer in Sachsen-Anhalt (6,26 Prozent), Berlin (6,22 Prozent) und Brandenburg (6,20 Prozent) durften sich über die größten Gehaltssteigerungen freuen. In Baden-Württemberg (4,36 Prozent), dem Saarland (4,38 Prozent) und Bayern (4,73 Prozent) fiel das Lohnwachstum hingegen am geringsten aus.
Gehaltsunterschiede in Deutschland: Welche Faktoren beeinflussen den Verdienst?
Doch nicht nur der Standort kann sich auf die Höhe des Gehalts auswirken. Wie die BA in ihrer Pressemitteilung erklärt, unterscheidet sich das Mediangehalt auch in Bezug auf diese Faktoren:
So steigt mit zunehmendem Lebensalter auch der Verdienst, da Arbeitnehmer in der Regel mehr Berufserfahrung vorweisen können. Beschäftigte unter 25 Jahren erwirtschafteten 2025 ein mittleres Gehalt von 3202 Euro. Bei den 25- bis 54-Jährigen waren es 4286 Euro. In der Altersgruppe ab 55 Jahren lag der Median bei 4362 Euro.
Darüber hinaus ergeben sich messbare Gehaltsunterschiede zwischen den Geschlechtern. Während männliche Beschäftigte im Monatsmittel 4328 Euro brutto verdienten, lag der Betrag bei weiblichen Beschäftigten bei 4019 Euro. Die Differenz zwischen Frauen und Männern – also der unbereinigte Gender Pay Gap – belief sich demnach auf 309 Euro pro Monat. Im Vergleich zum Jahr 2024 ging er um 37 Euro zurück. Die Ursachen für den Geschlechterunterschied beim Gehalt sind vielfältig. Zu den wichtigsten Gründen zählen laut BA unterschiedliche Branchenschwerpunkte und häufigere familiär bedingte Erwerbsunterbrechungen bei Frauen.
Zudem gilt: Je höher der Berufsabschluss, desto größer fällt auch der Verdienst aus. Arbeitnehmer ohne Berufsabschluss erzielten ein monatliches Mediangehalt von 3133 Euro. Wer einen anerkannten Berufsabschluss vorweisen kann, verdiente im Mittel 4069 Euro. Noch einmal deutlich darüber lag der Verdienst von Akademikern mit 6146 Euro. Entscheidend ist aber auch die Branche. So sind die Aussichten auf ein hohes Gehalt laut der BA-Statistik im Sektor Finanz- und Versicherungsdienstleistungen am besten, während Beschäftigte im Gastgewerbe mit den geringsten Löhnen rechnen müssen.