Die erste Saison nach dem siebten Wiederaufstieg in die Erste Bundesliga war, nun ja, nicht unbedingt optimal. Trotz der Tatsache, dass sie auch in der vergangenen Saison beim 1. FC Köln alles anders machten. Trainer Friedhelm Funkel gelang der Wiederaufstieg, alles rechnete mit der Weiterbeschäftigung des Erfolgstrainers. Aber dann machten sie in Köln trotzdem wieder alles neu. Neuer Trainer, neue Mannschaft, alles neu. Funktionierte aber nicht. Für den gescheiterten Lukas Kwasniok kam René Wagner, der wie sein Vorgänger erstmals Cheftrainer in der Liga ist.
Ist Rene Wagner wirklich ein Erstliga-Trainer?
Auch wenn der Trainer den Klassenerhalt sicherstellte, ist diese Frage die am meisten diskutierte in Köln. Mit Wagner wird in Köln mehr Wert auf die interne Kommunikation gelegt als auf die publikumswirksamen Zitate seines wortgewandten Vorgängers Kwasniok. Wagner holte, nicht gerade berauschend, sechs Punkte aus sieben Spielen, der FC belegte am Ende mit drei Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang den 14. Tabellenplatz.
Welches Gesicht hat das neue Team?
Ein paar Namen gibt es schon. Gideon Mensah, 44-maliger ghanaischer Nationalspieler. Machte alle vier Spiele bei der Weltmeisterschaft in Mexiko, Kanada und den USA, Vertrag bis 2028. Der Linksverteidiger ist 27 Jahre alt und kam aus der französischen Ligue 1 von AJ Auxerre. Der georgische Innenverteidiger Luka Lochoshvili kam vom 1. FC Nürnberg. Paul Okon-Engstler ist erfolgreicher australischer Nationalspieler, 21 Jahre alt, kam für 1,2 Millionen Euro vom FC Sydney. Reagan Herkey ist erst 18 Jahre alt, galt bei Manchester City als eines der herausragenden Talente, aus bekannten Gründen ohne viel Spielzeit. Als noch größerer Faktor gilt Mikey Moore, auch erst 18 Jahre alt, von Tottenham Hotspur, ausgeliehen an die Glasgow Rangers, wo er eine großartige Saison spielte. 18 Millionen Euro sind aufgerufen, Thomas Kessler will ein Leihgeschäft realisieren, Moore ist einverstanden.
Und was sagt die Gerüchteküche?
Nicht nur in Köln ist die immer intensiver als die schlussendlich erfolgten Transfers. Neben Mikey Moore hält sich weiter der Name des Brasilianers Vinicius Souza, Mittelfeldspieler vom Absteiger VfL Wolfsburg. Und ein anderer alter Bekannter steht weiter im Zentrum der Spekulationen: Ellyes Skhiri, der in Köln schon große Erfolge feierte, bevor er zu Eintracht Frankfurt wechselte, wird mit dem FC in Verbindung gebracht, der 31 Jahre alte tunesische Mittelfeldspieler scheint Kessler aber zu teuer. Ob einer davon Jakub Kaminski ersetzen kann, gilt als äußerst fraglich. Kaminski war vom VfL Wolfsburg ausgeliehen, wurde für 5,5 Millionen Euro fest verpflichtet und dann für kolportierte 20 Millionen Euro nach Benfica Lissabon weiterverkauft.
Wie durchschlagskräftig ist die Kölner Offensive?
Die Frage aller Fragen. Said El Mala kann im Angriff alle Positionen spielen, am besten natürlich auf der Linksaußenposition, wenn er in Köln bleibt. Wonach es aussieht. Mama und Papa, die die Geschäfte des Jung-Nationalspielers be- und vorantreiben, bevorzugen weiter ein Engagement in Köln, der 19 Jahre alte Ausnahmeangreifer und Top-Torjäger hat einen Vertrag bis 2030 unterschrieben, das Transferfenster schließt am 1. September. Und außerdem? Ragnar Ache kam vom 1. FC Kaiserslautern, erzielte Traumtore und ist eine Nummer. Leider verletzungsanfällig. Daneben die Routiniers Luca Waldschmidt und Marius Bülter, die manchmal groß aufspielen. Und dann wieder auf dem Platz herumlaufen, als hätten sie ihre besten Zeiten hinter sich. Außerdem Rechtsaußen Youssoupha Niang, ein großes Talent, dessen weiterer Weg offen ist.
Prognose: Platz 13
Bundesliga-Serie: