Noch keine Pläne fürs Wochenende, aber spontan Lust auf Kultur? Für zahlreiche Events in der Stadt gibt es noch Karten. Freunde der Literatur kommen zum Beispiel in Potsdam oder der Waldbühne auf ihre Kosten, wer Musik aus den 90er Jahren liebt, muss nach Prenzlauer Berg. Und ein Parkfest gibt es auch noch.
1 Sebastian Fitzek
Schreibt einen Bestseller nach dem anderen: Sebastian Fitzek.
© dpa/Britta Pedersen
Dieser Mann ist ein Phänomen. Als Kind wollte er Rockstar werden, später studierte er kurz Tiermedizin, dann Jura. Schließlich arbeitete er lange beim Radio. Dann kam jener Moment im Wartezimmer und die Frage: Was wäre, wenn die Person, auf die ich gerade warte, nie wieder herauskommt?
Das ist Ausgangspunkt für seinen ersten Psychothriller „Die Therapie“ (2006), der sofort zum Bestseller wurde und der Auftakt zu einer beispiellosen Erfolgsgeschichte war. Sebastian Fitzek, das sind mehr als 20 Millionen verkaufte Bücher, Übersetzungen in 36 Sprachen und seit Jahren regelmäßig Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste.
Ob die Fangemeinde allerdings so groß ist, dass mit „20 Jahre Sebastian Fitzek“, einer Jubiläumsshow, zweimal abendlich die Waldbühne gefüllt wird, am Freitag und am Samstag, wo sonst eher Nick Cave oder Grönemeyer die Massen ziehen? Vorlesen allein wird da nicht reichen.
Angekündigt wird eine Bühnenshow unter freiem Himmel, die „so viele Seiten hat, wie der erfolgreichste Autor Deutschlands selbst“. Fitzek will die Geschichten hinter dem Erfolg erzählen und Menschen auf die Bühne holen, die seine Karriere mitgeprägt haben. Dazu Stars, Musik und, natürlich, auch noch eine exklusive Lesung, die es nur an diesem Abend geben wird. (meh)
Waldbühne, Glockenturmstr. 1, Charlottenburg, Samstag, 8. August, 20 Uhr, 48 bis 135 Euro, Tickets finden Sie hier.
2 Berlin Circus Festival
Das Berlin Circus Festival findet am Wochenende auf dem Tempelhofer Feld statt.
© PanRay Photography
Dieser Zirkus ist schon weit weg von klassischer Jonglage, Pferdedressur und Raubtiernummer: Beim laut Veranstalter „größten Festival für zeitgenössischen Zirkus“ kommen Acts aus ganz Europa zusammen. Drei Zelte und eine Outdoorbühne bedeuten viele Vorstellungen für Erwachsene.
Viele eignen sich aber auch wunderbar für ein junges Publikum, inklusive einer jährlich wechselnden Kunstausstellung, Livemusik mit Sounds aus Katalonien, Beats aus Frankreich und Berliner Bands, Publikumsgesprächen sowie einem reichhaltigen gastronomischen Angebot auf dem Gelände am Tempelhofer Feld.
„Food“ etwa ist ein visuell überwältigendes, absurdes Festmahl, ein lebendiges Bühnenbild und eine Kettenreaktion absurder Überraschungen. „Yes Person“ feiert Ideen, die eigentlich zu verrückt sind, um Realität zu werden, modisch, satirisch, ein bisschen skandalös und unmöglich festzulegen.
Und „More is More“ spielt in Neon und Konfetti mit dem klassischen Drahtseilakt. Beim katalanischen Fokus steigen und fallen Körper in „Tenet“, drehen sich – und stützen einander. „Elefant“ soll eine Liebeserklärung an den Zirkus selbst sein – und fragt, wie es mit ihm weitergeht. (thp)
Tempelhofer Feld, am S/U-Bahnhof Tempelhof, bis Sonntag, 16. August, 23 Euro, ermäßigt 18 bzw. 13 Euro, Kombi- und Festivaltickets sind verfügbar. Programm und Tickets finden Sie hier.
3 Nacht der Poesie
Die Nacht der Poesie steigt in der Alexandrowka
© Wibke Thiele
Das Literatur-Kollegium Brandenburg (LKB) stellt am Samstag im Garten des Alexandrowka-Museums wieder Klapp- und Liegestühle für die bereits 9. Nacht der Poesie auf.
Der Abend steht ganz im Zeichen des 100. Geburtstags der österreichischen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann: Angelehnt an eines ihrer Gedichte lesen zwölf Brandenburger Autorinnen und Autoren Prosa und Lyrik unter dem Motto „Pfeil der Zeit“.
Die Themen reichen von flüchtigen Momenten bis hin zu den großen Fragen der Welt. Begleitend spielt die Potsdamer Musikerin Silke Haase Saxofon und Klarinette. Das Herzstück des Abends ist die Verleihung des Potsdamer Literaturpreises: Über die drei Gewinnertexte entscheidet das Publikum.
Gestiftet wird der Preis erneut von dem Potsdamer Unternehmer Siegfried Grube. Unter den Lampions im Grünen lesen dieses Jahr Maik Altenburg, Dana Apitz, Klaus Dimar, Elke Hübener-Lipkau, Karoline Hugler, Andrea Jennert, Bernd Kebelmann, Henry-M. Klemt, Rita Mahlendorf, Wolfgang Malischewski, Tobias Radloff und Charlotte zu Kappenstein. (thp)
Russische Kolonie Alexandrowka, Russische Kolonie 2, Potsdam, Samstag, 8. August, 18.30 Uhr, 5 Euro, erm. 3 Euro.
4 90er und 2000er Live
An Captain Hollywood war in den 1990er Jahren kein Vorbeikommen.
© IMAGO/Idols / Avalon
Den in der BRD stationierten Truppen der US-Army hat die einheimische Popkultur einiges zu verdanken. Nicht nur, dass Radiosender wie AFN US-Pop bekannt machten oder Elvis seinen Wehrdienst in Hessen ableistete.
Manche GIs machten nach ihrer Dienstzeit im Gastland Karriere. Neben Turbo B, der mit Snap! zum Star wurde, zählt Tony Harrison zu den prominentesten Paradiesvögeln. Der Rapper und Breakdancer hatte mit Twenty 4 Seven an den Fleischtöpfen der Musikindustrie geschnuppert, ehe er als Captain Hollywood (Foto von 1996) eine typische 90er-Karriere durcheilte.
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Eurodance-Hits wie „More and More“ oder „Only With You“, die auf MTV und Viva in Dauerrotation liefen, katapultierten ihn auf den deutschen Pop-Olymp, von dem er nach turbulenten Jahren schnell wieder runterpurzelte. Wie andere 90er-Jahre-Sternchen lebt auch Harrison, der am Sonntag 64 wird, vom Echo seines einstigen Ruhms.
Gemeinsam mit Rednex („Cotton Eye Joe“) und Oli P., der mit Coverversionen von Grönemeyer („Flugzeuge im Bauch“) und Peter Maffay („So bist du“) Riesenerfolge feierte, wird Captain Hollywood bei der Konzertsause 90er und 2000er Live den Hof der Kulturbrauerei in einen hochsommerlichen Hexenkessel verwandeln. (wun)
Kesselhaus, Knaackstr. 97, Prenzlauer Berg, Samstag, 8. August, 14 Uhr, 25 Euro + VVK, Tickets finden Sie hier.
5 Bunte Paläste
Basteln im Humboldt-Forum, das geht an diesem Samstag.
© Stefanie Loos | Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss/Stefanie Loos | Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss
„All palaces are temporary palaces“, schreibt der britische Lichtkünstler Robert Montgomery in einer seiner Installationen in Neonschrift: „Alle Paläste sind vergängliche Paläste.“ Im Humboldt Forum – im selbst nicht ganz unumstrittenen Berliner Stadtschloss – stellt der Drop-in-Workshop „Bunte Paläste“ die Frage, was ein Gebäude zu einem Palast macht.
Ob sie Palästen kritisch gegenüberstehen oder nicht – mit Karton, Draht und anderen Materialien können Teilnehmende ab drei Jahren Miniaturversionen ganz nach ihrem Geschmack entwerfen. Inspirieren lassen können sie sich dabei von den Vorgängerbauten und Gestaltungsentwürfen für das Humboldt Forum – oder natürlich von der eigenen Fantasie.
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Eine Ticketbuchung ist nicht nötig. Sie können einfach direkt in die Werkräume im ersten Stock kommen. Kinder unter 12 Jahren können nur in Begleitung von Erwachsenen teilnehmen.
Und wenn Sie ohnehin schon mal dort sind: Zwischen 14 und 15 Uhr findet eine Familienführung durch die Ausstellung „On Water“ statt (ab 6 Jahren, 5 Euro pro Person).
Dabei erfahren Kinder und Familien von der Vielfalt der Forschung zum Wasser: Wie klingt es, wenn ein Baum trinkt? Wie gehen Menschen weltweit mit zunehmender Trockenheit um? Und gibt es eigentlich Wasser auf dem Mars? (thp)
Humboldt-Forum, Schlossplatz, Mitte, Samstag, 8. August, 14 bis 17 Uhr, Teilnahme frei
6 Queeres Parkfest
Das queere Parkfest in Friedrichshain findet am Samstag statt.
© AWO-SPREE-WUHLE e.V.
Zu seinem Beginn 1998 hieß es noch „LesBiSchwules Parkfest“, mittlerweile hat sich die vor zwei Jahren in „Queeres Parkfest“ umbenannte Feier zu einem festen Termin im Kalender der queeren Community nicht nur Friedrichshains entwickelt.
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Zwischen Livemusik, zum Beispiel von der Singer-Songwriterin Wéko und dem Rapper Graf Fidi, und Performances, Foodtrucks und Infoständen queerer Initiativen, DJ-Sets und einem familienfreundlichen Programm kann man hier ausgelassen feiern, tanzen und entspannen. Nach dem Anschlag auf den CSD hat das Organisationsteam in Zusammenarbeit mit der Polizei das Sicherheitskonzept erweitert (ero)
Freiluftkino Friedrichshain, Volkspark Friedrichshain, Samstag, 8. August, 15 bis 23 Uhr, Eintritt frei.