Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Russland meldet Treffer auf wichtige Rüstungsfabrik in Kiew
Von S. Cleven, J. Seiferth, F. Michalski, C. Siemer, A. Janzen, C. Cöln, T. Wanhoff, M. Küper, J. Hartung, M. Kloft, J. Fischer
Aktualisiert am 08.08.2026 – 09:40 UhrLesedauer: 17 Min.
Ein Flamingo-Marschflugkörper von Fire Point auf einer Waffenmesse (Archivbild): Russland gibt an, eine Fabrik des Herstellers getroffen zu haben. (Quelle: IMAGO/Antonin Burat / Le Pictorium/imago)
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In Kiew will Russland eine Rüstungsfabrik getroffen haben. In Odessa schlägt eine Rakete im Fußballstadion ein. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Russland meldet Treffer auf wichtige Rüstungsfabrik in Kiew
Das russische Militär spricht nach dem nächtlichen Luftangriff auf Kiew von einem Schlag gegen den ukrainischen Rüstungshersteller Fire Point. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, es sei eine Produktionsstätte getroffen worden, die Teile und Sprengköpfe für den ukrainischen Marschflugkörper FP-5 Flamingo herstelle. Außerdem sei ein Treibstofflager vernichtet worden, das die ukrainische Armee beliefere.
Belege für diese Darstellung lieferte die russische Seite nicht. Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb auf Telegram von Berichten über brennende Öltanks im Stadtteil Obolon. Schwerpunkt des Luftangriffs mit Raketen und Kampfdrohnen war nach ukrainischen Angaben wie schon am Donnerstag der Vorort Browary mit seinen Logistikzentren. Drei Menschen wurden nach Behördenangaben getötet, aber nicht in Browary, sondern weit außerhalb im Dorf Puchiwka, wo eine Drohne das Wohnhaus einer Familie traf.
Die russische Armee listet seit einiger Zeit die angeblichen militärischen oder militärindustriellen Ziele ihrer Luftangriffe auf. Überprüfen lässt sich dies in den vielen Fällen nicht. Fire Point ist mit dem Marschflugkörper Flamingo, der Langstreckendrohne FP-1 und der Mittelstreckendrohnen FP-2 einer der wichtigsten einheimischen Lieferanten der ukrainischen Armee.
Schwere Angriffe auf Kiew
In zwei Bezirken der ukrainischen Hauptstadt Kiew werden nach einem Luftalarm Brände gemeldet, wie der Bürgermeister mitteilt. Reuters-Reporter hörten mehrere heftige Explosionen. Der Stadt fehlt es chronisch an Flugabwehrsystemen, die russische ballistische Raketen abfangen können. Nach offiziellen Angaben sind drei Menschen ums Leben, darunter ein Kind. Getroffen wurden drei Orte im nahe Kiew gelegenen Bezirk Boryspil, wie der Leiter der regionalen Verwaltung, Tymur Tkatschenko, mitteilt. Drei weitere Menschen werden demnach verletzt.
Rakete reißt Loch in Dach von Fußballstadion
Eine russische Rakete hat das Fußballstadion von Odessa getroffen und ein Loch in das Dach gerissen. Auch auf den Rängen, vor allem im VIP-Bereich, gab es Schäden, meldet die Militärverwaltung der Stadt. Eine Person sei verletzt worden. Aufnahmen zeigen das Loch im Dach und zersplittertes Glas auf den Sitzen. Zum Zeitpunkt des Angriffs seien keine Zuschauer im Stadion gewesen.
Das Stadion, das Platz für mehr als 34.000 Fans bietet, ist die Heimspielstätte sowohl von Chornomorets Odessa als auch von den Seasters. Das nächste dort geplante Spiel findet soll am heutigen Samstag stattfinden. Ob aber angepfiffen werden kann ist unklar.

