Auch in diesem Jahr verwandelt sich der Nachthimmel über Berlin und Brandenburg wieder in eine funkelnde Leinwand – es ist Sternschnuppenzeit. Besonders in einer Nacht: Der Perseidenschauer erreicht in der Nacht vom 12. zum 13. August 2026 sein Maximum.

Was ist der Perseidenschauer?

Die Perseiden sind ein Sternschnuppenstrom. Der Ausstrahlungspunkt dieser Sternschnuppen scheint aus dem Sternbild Perseus zu stammen. Daher hat das Naturereignis seinen Namen. Die Sternschnuppen können aber überall am Himmel auftauchen.

Eine Sternschnuppe ist ein Staubkorn, das ungefähr 80 bis 100 Kilometer über der Erde in der Atmosphäre verglüht. „Wir sehen dabei nicht das Kügelchen, das verbrennt, sondern einen Kanal aus heißer Luft“, sagt Tim Florian Horn. Er ist Gründungsvorstand der Stiftung Planetarium Berlin und zugleich Direktor des Zeiss-Großplanetariums und der Archenhold-Sternwarte.

Wann beginnt der Perseidenschauer?

„Die Perseiden können wir schon seit etwa Mitte Juli beobachten“, sagt Horn. Das Maximum erreicht der Sternschnuppenstrom jedoch in der Nacht vom 12. auf den 13. August. Bis Ende des Monats und in den Nächten vor dem Maximum erscheinen die hellen Sternschnuppen ebenfalls am Nachthimmel.

 Sternschnuppen am Nachthimmel, Computergrafik shooting stars in the night sky, computer graphic BLWS515189 Copyright: xblickwinkel/McPHOTO/M.xGannx Was wir als Sternschnuppen sehen, sind Kanäle heißer Luft. Sie verglühen in der Atmosphäre.

© imago images/blickwinkel/McPHOTO/M. Gann via www.imago-images.de

Um wie viel Uhr ist der Höhepunkt der Perseiden?

„Von 22 Uhr bis morgens um 4 Uhr ist die beste Zeit, um den Perseidenschauer zu beobachten“, sagt Horn. Um das Sternschnuppen-Spektakel intensiv zu erleben, müsse sich die Erde in den Staubkanal des Kometen hineindrehen. Das garantiere unter den richtigen Bedingungen eine schöne Aussicht.

Von 22 Uhr bis morgens 4 Uhr ist die beste Zeit, um den Perseidenschauer zu beobachten.

Tim Florian Horn, Vorstand Stiftung Planetarium Berlin

Wie viele Sternschnuppen werden zu sehen sein?

Der Höhepunkt des Perseiden-Meteorstroms verspricht bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde. Es sei allerdings unrealistisch, so viele Sternschnuppen zu sehen, sagt Horn. Grund dafür ist die Lichtverschmutzung, die in großen Städten oftmals herrscht. „Bei einer klaren Sicht auf den Nachthimmel sind 20 bis maximal 30 Sternschnuppen pro Stunde realistisch“, erklärt der Experte.

Das seien alle zwei bis drei Minuten eine Sternschnuppe. Da in diesem Jahr Neumond herrsche, seien die Beobachtungsbedingungen besonders günstig.

Es gebe aber auch eine andere Ursache, warum nicht alle zu sehen seien: Man müsse direkt unter dem Ursprungspunkt des Schauers, Radiant genannt, stehen. Seine Position wird durch die Erdrotation und unseren Standort auf der Erde bestimmt, weshalb Beobachter nicht direkt unter ihm sein können.

Bei einer klaren Sicht auf den Nachthimmel sind 20 bis maximal 30 Sternschnuppen pro Stunde realistisch.

Tim Florian Horn, Vorstand Stiftung Planetarium Berlin

Wie lassen sich die Perseiden besonders gut beobachten?

Dunkle Orte im Freien aufzusuchen, sei besonders wichtig, um den Höhepunkt des Meteorstroms ideal zu beobachten, sagt Sternen-Experte Horn. „Man sollte nicht immerzu aufs Handy gucken oder die helle Werbung vom Späti anschauen. Es ist wichtig, sich wirklich auf den Himmel zu konzentrieren.“. Die Augen müssten sich eine Weile an die Dunkelheit gewöhnen, um die vielen kleinen Lichtschweife wahrzunehmen. Gut sei es, den Blick eine Weile in den Horizont zu richten und etwas Geduld zu haben.

Und er rät: „Hauptsache nicht alleine schauen, sondern mit Lieblingsmensch und Kaltgetränk.“ In guter Gesellschaft lasse sich das Naturschauspiel am besten genießen.

Wo ist der Perseidenschauer gut zu sehen?

Die innerstädtische Lichtverschmutzung schränkt die Sicht auf das Naturschauspiel ein – gerade in einer Großstadt wie Berlin. „Achten Sie deshalb auf eine dunkle, von Lichtverschmutzung befreite Umgebung“, rät Horn. Einige Parkflächen oder abgelegenere Orte bieten möglicherweise eine gute Sicht, wie eine Wiese im Treptower Park.

Achten Sie auf eine dunkle, von Lichtverschmutzung befreite Umgebung.

Tim Florian Horn, Vorstand Stiftung Planetarium Berlin

Wer die Perseidennacht besonders verbringen möchte, kann sich auf den Weg zum Natur- und Sternenpark Westhavelland machen. Dieser befindet sich ungefähr 70 Kilometer westlich von Berlin.

Nachthimmer über Brandenburg Urania frei verwendbar Bei ausreichend Dunkelheit sind die Sterne am Nachthimmel besonders gut sichtbar.

© Andreas Hänel

Auf dem Sportplatz in Milow, einem Haveldorf in Brandenburg, können hier ab 18.30 Uhr das Perseidenmaximum und auch die Sonnenfinsternis bestaunt werden. Es werden Teleskope und Beobachtungsgeräte am südwestlichen Eck des Sportplatzes aufgestellt. Die Veranstaltung kostet Eintritt. Um es sich auf dem Platz bequem zu machen, empfiehlt es sich, Decken oder Stühle mitzubringen.

Perseidenschauer im Naturpark Westhavelland

Wann? 12. August, 18.30 Uhr

Wo? Sportplatz Milow, Friedensstraße 14715, Milower Land

Wie viel? Der Eintritt kostet für Erwachsene 15 Euro und für Kinder bis 14 Jahre 7,50 Euro

Es gibt zahlreiche Parkplätze und Sanitäranlagen.

Welche Veranstaltungen zu den Perseiden gibt es in Berlin?

Am 12. August findet bundesweit die Lange Nacht der Astronomie statt. Unter dem Motto „Beobachten, staunen, erleben” erwarten Interessierte im und am Zeiss-Großplanetarium in Prenzlauer Berg von 17 Uhr bis 1 Uhr ein vielfältiges, kostenloses Programm rund um Astronomie und Raumfahrt. Gemeinsam geschaut wird draußen: „Wir legen uns in den Ernst-Thälmann-Park und wollen dort gemeinsam die Sternschnuppen beobachten“, sagt Horn.

Zeiss-Großplanetarium, Prenzlauer Allee, Prenzlauer Berg, Pankow, Berlin, Deutschland *** Zeiss Großplanetarium, Prenzlauer Allee, Prenzlauer Berg, Pankow, Berlin, Germany Am Zeiss-Großplanetarium findet die Lange Nacht der Astronomie statt, bei der die Perseiden beobachtet werden.

© imago/Joko

Zudem gibt es an diesem Tag Vorträge, Himmelsbeobachtungen mit Teleskopen, Führungen durch Institute und Sternwarten, zahlreiche Veranstaltungen in Planetarien sowie Mitmach- und Bastelaktionen.

Wir legen uns in den Ernst-Thälmann-Park und wollen dort gemeinsam die Sternschnuppen beobachten.

Tim Florian Horn, Vorstand Stiftung Planetarium Berlin

Nicht nur der Perseidenschauer spielt in dieser Nacht eine Rolle. Im Kinosaal und im Foyer wird auf den Leinwänden die totale Sonnenfinsternis aus Spanien live übertragen – und ist damit auch in Berlin gut zu sehen. Experten ergänzen die Übertragung mit Informationen. Der Livestream zur Sonnenfinsternis beginnt ab 19 Uhr.

Jeweils 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn können kostenfreie Platzkarten an der Ticketausgabe vor dem Zeiss-Großplanetarium gelöst werden. Wer diese Tickets bucht, kann die 360-Grad-Projektionsshow unter der Planetariumskuppel von 17.15 bis 0.30 Uhr bestaunen.

Das Planetarium am Insulaner. Projektion - schneller Flug durch das Sonnensystem. Die wissenschaftliche Leiterin ist Dr. Monika Staesche sie präsentiert Standbilder der Fulldome - Mediashow. Das Zeiss - Planetarium ist am Munsterdamm 90 / 12169 Berlin Steglitz Foto: Doris Spiekermann-Klaas Bei einer Fulldome-Show erscheint der Raum als kosmische Kuppel. Das sorgt für ein atemberaubendes Galaxie-Erlebnis.

© Doris Spiekermann-Klaas TSP

Ab 17.30 Uhr gibt es ebenfalls Tickets für das mobile Planetarium. Dabei handelt es sich um 30-minütige Kurzprogramme für Astro-Fans. Diese Vorstellungen gehen bis 1 Uhr. Von 18 bis 21 Uhr gibt es an der LED-Wand im Foyer des Planetariums einen Live-Stream der Sonnenfinsternis.

Archenhold-Sternwarte und Planetarium am Insulaner

In diesem Jahr bündelt die Stiftung Planetarium Berlin die Veranstaltungen rund um das Naturereignis am Standort Prenzlauer Berg. Anders als in den Jahren zuvor, gibt es in der Archenhold-Sternwarte keine eigenen Veranstaltungen.

Das Planetarium am Insulaner in Schöneberg wird aktuell saniert und es findet keine spezielle Perseidenbeobachtung statt. Sterne können dort trotzdem regelmäßig in der nahegelegenen Wilhelm-Foerster-Sternwarte bestaunt werden.

Zudem gibt es von 17 Uhr bis 1 Uhr astronomische Vorträge von Fachleuten und Workshops, etwa zur Astrofotografie. Für Kinder gibt es von 17 Uhr bis 22 Uhr einen Bastelworkshop hinter dem runden Planetariumsgebäude. Dort stellen in einer „Astronomie-Meile“ außerdem astronomische Institutionen, Vereine und Clubs sich und ihre Arbeit vor.

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Und eine Ausstellung erzählt von der Zeitreise vom Urknall bis zur Gegenwart. Sie erklärt, wie die Wissenschaft unser Verständnis des Universums revolutioniert hat.

Welche Veranstaltungen zu den Perseiden gibt es in Potsdam?

Gemeinsam mit dem Urania-Planetarium Potsdam können Besucher:innen Sonnenfinsternis und Perseidenschauer auf der Habichtwiese im Stadtteil Bornstedt beobachten. Treffpunkt für die „Sternennacht“ ist um 19 Uhr. Es stehen Teleskope bereit, außerdem gibt es einen Science Slam, Musik und Märchen am Lagerfeuer und viel Wissenswertes zu astronomischen Themen. Weil es keine Parkplätze gibt, empfiehlt es sich, mit dem Rad, zu Fuß oder mit dem öffentlichen Nahverkehr zu kommen. Das Event ist kostenfrei.